Kurz vorgestellt

Peter Schlifka -- Das Berlin-Ultimatum

 Umschlagfoto, Peter Schlifka, Das Berlin-Ultimatum

Ein Sprengstoffanschlag in einem Berliner Café. Die Verantwortung dafür übernimmt eine bislang unbekannte Terrorgruppe und kündigt einen weiteren an, erfüllt die Bundesregierung nicht die Forderungen der Attentäter. Eine zusätzliche Brisanz erhält die Angelegenheit durch einen inhaftierten Verbrecher, der angeblich um die Hintermänner der Terroristen weiß. Der will aber nur mit Kommissarin Anna Gransee reden, die wegen ihrer Impulsivität unter Kollegen nicht unumstritten ist. Als sie bemerkt, dass die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen, wird die Zeit knapp, denn der angedrohte Anschlag rückt immer näher. Ein Pageturner, dessen Spannung der Leser sich nicht entziehen kann. Klare Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

John Grisham -- Bestechung

 Umschlagfoto, John Grisham, Bestechung

Routiniert geschrieben, das ist auch das einzig Positive an Grishams aktuellen Roman um eine korrupte Richterin mit lukrativen Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Lacy Stoltz, Anwältin bei der Rechtsaufsichtsbehörde in Florida ermittelt in diesem Fall richterlichen Fehlverhaltens. Als ihr Kollege bei einem Anschlag getötet wird, erhält der Fall zusätzliche Brisanz. Trotzdem will beim Leser keine Spannung aufkommen. Grisham spult sein Programm zwar wieder mit intimen Kenntnissen des US-amerikanischen Rechts- und Ermittlungssystems ab, doch das ganze wirkt dermaßen lustlos geschrieben, dass man sich unwillkürlich fragt, ob dieser Roman wirklich von John Grisham geschrieben wurde. Keine Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Sebastian Fitzek -- AchtNacht

 Umschlagfoto, Sebastian Fitzek, AchtNacht

Als Fiktion spannend, als Romanvorlage leider mit erheblichen logischen Schwächen. Benjamin Rühmann ist ein Verlierer, der durch einem von ihm verschuldeten Unfall das Leben seiner Tochter, die dabei ihre Beine verlor, ruiniert hat. Ihr angeblicher Selbstmord ruft eine Kette von Ereignissen hervor, die ein missbrauchtes wissenschaftliches Experiment dazu benutzt, um Personen zur Jagd freizugeben und dadurch dunkelste menschliche Triebe hervorruft. Der Leser fragt sich nicht nur einmal, warum um Himmels Willen Rühmann sich und seine Familie nicht in die Obhut der Polizei begibt, anstatt den Weisungen eines Unbekannten zu folgen. Zu viele Nebenschauplätze, z. B. Kinderprostitution und brutale U-Bahnschläger machen die Lektüre nicht eben interessanter. Wer es trotzdem schafft das Buch bis zum Ende durchzustehen, der wird mit einem Schluss konfrontiert, der mehr Fragen als Antworten bietet.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Arno Strobel -- You are wanted

 Umschlagfoto, Arno Strobel, You are wanted

Im Leben des Hotelmanagers Lukas Franke bricht das Chaos aus, als er für einen Stromausfall in Berlin verantwortlich gemacht wird. Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, hat ihn ein Hacker ins Visier genommen und diktiert fortan die Bewegungen von Franke. Der mutiert derweil zur meist gesuchten Person Deutschlands, weil er durch die digitalen Manipulationen des Verbrechers ins Visier der Terrorfahnder gerät. Routiniert geschriebener Thriller über Identitätsdiebstahl und digitale Manipulationen. Leider, und das ist wohl dem Konzept des Thrillers geschuldet, werden einige lose Enden des Romans nicht verknüpft und aus diesem Grund wohl eine Fortsetzung folgen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Luca D`Andrea -- Der Tod so kalt

 Umschlagfoto, Luca D`Andrea, Der Tod so kalt

Was für ein Pageturner! Nix da mit südtiroler Bergromantik, das muss der amerikanische Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger erfahren, als er mit Frau und Tochter die USA verlässt und im Heimatdorf seiner Angetrauten auf die Bewältigung seiner kreativen Störung hofft. Nach einer Tragödie in den Bergen leidet er unter einer schweren psychischen Störung, was ihn jedoch nicht davon abhält, sich für ein vor Jahren geschehenes und bislang ungeklärtes Verbrechen zu interessieren. Hätte er mal besser unterlassen, denn auf einmal bricht die oberflächliche Idylle des Dorfes zusammen und alte Animositäten kommen erneut zum Vorschein. Je mehr sich Salinger für das Ereignis mit seinen drei Toten im Jahr 1985 interessiert, desto mehr gefährdet er die Beziehung zu seiner Frau. Luca D`Andrea erzählt in der Ich-Form eine spannende Geschichte, die durchaus das Zeug zum Thriller des Jahres besitzt. Absolute Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Achim Zons -- Wer die Hunde weckt

 Umschlagfoto, Achim Zons, Wer die Hunde weckt

Wenn es schon keinen investigativen Journalismus mehr gibt in Deutschland, ist es gut, dass wenigstens die Hauptfigur in Achim Zons erstem Thriller „Wer die Hunde weckt“ dieser bei uns ausgestorbenen Spezies angehört. David Jakubowic überlebt nur knapp einem Anschlag in Hongkong, bei dem eine CIA-Agentin ihm brisante Informationen mitteilen wollte. Warum wurde in Afghanistan ein LKW mit Kindern bombardiert und wo befindet sich der dafür verantwortliche Kommandeur Robert Westphal? Jakubowic recherchiert und kommt einer unglaublichen politischen Operation auf die Schliche. Verantwortliche Stellen wollen den Angriff vertuschen und der Journalist gerät dabei zwischen die Fronten. Besonders gelungen ist Zons Schilderung der Machtkämpfe innerhalb der Chefredaktion des Zeitungsverlags. Der Autor spricht als Insider, er war viele Jahre in verantwortlichen Positionen in der „Süddeutschen Zeitung“ beschäftigt. Absolut lesenswerter Debütroman.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Markus Heitz -- Des Teufels Gebetbuch

 Umschlagfoto, Markus Heitz, Des Teufels Gebetbuch

Tadeus Boch, ein ehemaliger Hardcorespieler, gerät in den Bann einer mysteriösen Spielkarte. Wo kommt sie her und gibt es noch mehrere von ihrer Art? Die Suche nach Antworten führen ihn und seine Begleiterin, die den Tod ihres Verlobten in einem Spielkasino aufklären will, über den gesamten Globus. Spuren weisen in die Vergangenheit, in der ein geschickter Kartenmacher das Deck nach Anweisungen eines Mannes der dunklen Mächte hergestellt hat. Spannender Urban-Mystery-Thriller mit einiger harten Szenen. Nicht nur für Fans von Markus Heitz.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Ludlum/Kyle Millis -- Die Nano-Invasion

 Umschlagfoto, Robert Ludlum, Die Nano-Invasion

Der Koffer, den Jon Smith von der geheimen US-Sondereinheit Covert One in Japan erhält, beinhaltet brisantes und die Sicherheit der Welt bedrohendes Material. Sein Inhalt, poröse Brocken aus Stahl, Beton und Kunststoff, haben die Fähigkeit, sich selber zu replizieren. Auf der Suche nach dem Erfinder kommt Covert One einem militärischen Plan zur Eroberung des pazifischen Raums auf die Spur. Routiniert geschriebener Thriller mit den üblichen Unwahrscheinlichkeiten. Bedingt lesenswert.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Michael Connelly -- Scharfschuss

 Umschlagfoto, Michael Connelly, Scharfschuss

Harry Bosch geht mit einem mulmigen Gefühl seinem Ruhestand entgegen. Doch bevor es soweit ist, muss er zusammen mit seiner jungen Kollegin Lucia Soto wieder ein "Cold Case" bearbeiten, denn in einem lange zurückliegenden Mordfall haben sich neue Erkenntnisse ergeben. Wie immer kämpft Harry an zwei Fronten. Gegen politische Intrigen im Polizeiapparat von Los Angeles und natürlich gegen die Kriminalität. Auch in seinem 19. Fall, der wohl nur noch absolute Fans dieses Ermittlers begeistern dürfte, geht es gemächlich zu. Im Mittelpunkt steht Harrys solide Arbeit, die, seien wir ehrlich, für den Leser inzwischen etwas langatmig daherkommt. Natürlich gibt es die üblichen Überraschungen und Wendungen des Falls, doch richtig zu begeistern versteht Michael Connelly seine Leser nicht mehr.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Marc Elsberg -- Helix

 Umschlagfoto, Marc Elsberg, Helix

Was für ein Pageturner! Marc Elsberg hat wieder einmal einen Thriller geschrieben, der, wie seine Vorgänger, haarscharf die Realität und ihre wissenschaftlichen und technischen Gefahren zum Thema hat. Diesmal also groß angelegte Genmanipulationen, die das Erbgut der Menschen dauerhaft verändern sollen. Rasant führt der Autor seine Leser durch die Welt des bereits jetzt Machbaren: Wunschkinder, gegen Aufpreis auch mit diversen Eigenschaften, von denen eine zahlungskräftige Elternschaft glaubt, ihrem Nachwuchs Vorteile zu verschaffen. Doch alle Beteiligten haben nicht damit gerechnet, dass die Objekte ihrer Begierde ganz andere Pläne bezüglich ihrer Zukunft haben. Nicht alle losen Enden werden von Elsberg zusammengefügt, doch es bleibt ein Roman, der unter die Haut geht.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Crais -- Zeit der Jagd

 Umschlagfoto, Robert Crais, Zeit der Jagd

Der Privatermittler Joe Pike und sein Partner Elvis Cole sind ein ungleiches, jedoch erfolgreiches Team. Auch bei ihrem aktuellen Fall haben sie reichlich Gelegenheit, ihre jeweiligen Talente anzuwenden. Was wie ein Routinefall für Pike aussieht - eine einfache Observation, erweist sich als brisanter Fall der nationalen Sicherheit. Los Angeles droht eine gewaltige Katastrophe und nur Pike und Cole können sie verhindern. Robert Crais hat erneut einen spannenden Thriller um dieses ungleiche Team geschrieben, der sich nahtlos an die Qualität seiner Vorgängerromane anschließt.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Harris -- Konklave

 Umschlagfoto, Robert Harris, Konklave

Der Papst ist tot und es muss ein neuer Inhaber des Heiligen Stuhls gefunden werden. Als sich die 117 Kardinäle und ein unbekannter Nachzügler, der vom verstorbenen Papst im Geheimen zum Kardinal ernannte Bischof von Bagdad, daranmachen, einen Nachfolger zu wählen, beginnt ein munteres Treiben aus Intrigen und Manipulationen. Wer wird sich durchsetzten? Das ist auch die Frage hinsichtlich des Kurses der Kurie in schwierigen Zeiten. Tradition oder Moderne, wie werden sich die Kardinäle entscheiden? Als während des Konklaves islamistische Anschläge Europa erschüttern, gerät die Wahl des neuen Papstes zusätzlich unter Druck. Routiniert geschrieben, doch zum Schluss wird von Robert Harris leider ein Kaninchen zu viel aus dem Hut gezogen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Daniel Silva -- Der englisch Spion

 Umschlagfoto, Daniel Silva, Der englische Spion

Wer steckt hinter dem Attentat auf die Exfrau des Thronfolgers? Vom Volk geliebt, von den Royals gehasst, wird sie zum Ziel eines Terroristen, der mit Gabriel Allon noch eine Rechnung zu begleichen hat. Dieser wird von der britischen Regierung damit beauftragt, den Terroristen dingfest zu machen. Zusammen mit dem ehemaligen SAS-Offizier Christopher Keller macht er sich daran, der blutigen Fährte des Verantwortlichen zu folgen. Ein Weg, der Allon zum schlimmsten Moment seiner Vergangenheit führt. Daniel Silva fügt in seinem neuen Gabriel Allon Roman die losen Fäden der Vergangenheit zusammen. Ein absolut spannender Thriller.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Jari Järvelä -- Weiß für Wut

 Umschlagfoto, Jari Järvelä, Weiß für Wut,

Metro will Rache, denn ihr Freund Rust wurde von Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes getötet. Beide sind Sprayer, die ihre Werke mit Vorliebe auf fremdem Eigentum produzieren. Das geht nur eine Weile gut, denn die Ratten, so Metros Bezeichnung für die Wachschützer, stellen ihnen eine Falle. Jari Järvelä zeichnet eine trostlose finnische Welt, in der die Farbige Metro Selbstjustiz verübt. Keine der Personen, auch nicht Metro und Rust, obwohl der Autor sich alle Mühe gibt, kann letztendlich überzeugen. Zu stereotypisch und oberflächlich angelegt, erweisen sich zum Schluss alle als Kriminelle. Kein Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

A. J. Kazinski -- Todestrank

 Umschlagfoto, A. J. Kazinski, Todestrank

Ein Verbrechen in Oxford kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und der scheinbare Selbstmord des Psychiaters in Sikringen, der Verwahrstation der gefährlichsten, weil geistig kranken dänischen Straftäter, wird von dem Autorenduo Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich - alias A. J. Kazinski - zu einem rasanten Thriller über Rache und, man lese und staune, Seelenwanderung, Reinkarnation gemischt. Um den Täter in der Heilanstalt zu finden, lässt sich der Ermittler Niels Bentzon dort einweisen. Doch sein Auftauchen war nicht unerwartet und setzt eine Kette dramatischer Ereignisse in Gang. Absolute Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Symone Hengy -- Kantschu

 Umschlagfoto, Symone Hengy, Kantschu

Mysteriöse Todesfälle sorgen in Dresden für Aufregung und bieten dem Leser einen spannenden Roman, der das Mystery- und Kriminalgenre benutzt, um eine Story zu kreieren, die mit einer interessanten Idee aufwartet und diese konsequent in Szene setzt. Leider, und das ist ein kleines Manko, "menschelt" es etwas zu sehr in diesem Thriller. Einerseits die sich anbahnende Beziehung zwischen Hauptkommissar Karl Löwenberg und der Profilerin Penny Lebowski, andererseits die etwas zu ausführlichen Beschreibungen der Mutter-Tochter Beziehung von Lebowski. Etwas mehr Konzentration auf das Wesentliche wäre besser gewesen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Barry Eisler -- Das allwissende Auge

 Umschlagfoto, Barry Eisler, Das allwissende Auge

Der aus dem Ruder gelaufener Direktor der NSA will die Mitarbeiterin Evelyn Gallagher, die auf illegale Machenschaften der Behörde gestoßen ist, beseitigen. Mit der Aufgabe wird Manus, seit einer Misshandlung durch seine Vater taub, betraut. Da passt es gut, dass auch der Sohn von Gallagher taub ist und sich eine rührselige Story anbahnt. Wer der Meinung ist, dass Kinder als Protagonisten eines Thrillers des Spionage-Genres absolut fehl am Platz sind, wird durch den Roman von Barry Eisler bestätigt. Das Thema globale Überwachung und der daraus resultierende Angriff auf die Privatsphäre des Einzelnen ist zwar hoch aktuell, doch Eisler menschelt etwas zu sehr mit seiner "Harter Kerl trifft vaterlosen Jungen" Masche. Ein "Thriller" mit vorhersehbarem Ablauf.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Marcus Hünnebeck -- Abschaum

 Umschlagfoto, Marcus Hünnebeck, Abschaumr

Nach einer fehlgeschlagenen Geiselnahme in einem Kölner Café, zu deren Opfer auch der bekannte Schauspieler Hubert Schere gehört, wird der Leibwächter Stefan Trapp zu dessen Schutz engagiert. Christoph Engelhart, derjenige, der den Geiselnehmer überwältigt hat, gerät durch sein Eingreifen selber in den Fokus der Kriminellen, denn er hat einen groß angelegten Plan vereitelt. Was gemächlich beginnt, entpuppt sich als Thriller der Extraklasse, in dem erst nach und nach die wirkliche Rollenverteilung klar wird. Marcus Hünnebeck hat mit "Abschaum" einen absoluten Pageturner zum Thema traumatisierte und von den ermittelnden Behörden nicht ernst genommene Opfer und Selbstjustiz geschrieben. Ein Roman über die unauslotbaren Abgründe des Menschen. Absolute Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Drew Chapman -- Der Trader

 Umschlagfoto, Drew Chapman, Der Trader

Auch im zweiten Roman um den eigenwilligen Mathematiker Garrett Reilly erkennt dieser wieder einmal dort Zusammenhängendes, wo andere allenfalls digitales Rauchen wahrnehmen. Ob das wohl an seinem exorbitanten Drogenkonsum liegt? Er trommelt seine alte Truppe zusammen und will einen perfiden Plan zur wirtschaftlichen Zerstörung der USA vereiteln. Wo Reilly Muster wahrnimmt, hat der Leser allerdings seine ganz eigenen Schwierigkeiten. Zum Teil unlogisch, zum Teil langweilig und mit einem Schluss, der dem Leser die Frage aufdrängt, ob sich der Titelheld auch im Genre des Gedankenlesens auskennt. Keine Leseempfehlung.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Christoffer Carlsson -- Der Lügner und sein Henker

 Umschlagfoto, Christoffer Carlsson, Der Lügner und sein Henker

Der dritte Roman um den, drücken wir es positiv aus, eigenwilligen Polizisten Leo Junker, ist wieder ein Panoptikum menschlicher Abgründe, von denen auch Junker einige vorweisen kann. Als er vom Mord an seinem Mentor hört, beherzigt er den Rat seiner Vorgesetzten an und nimmt Urlaub. Natürlich ermittelt er im Fall des toten Charles Levin und macht die Feststellung, dass dieser seine Finger in vielen schmutzigen Angelegenheiten gehabt hat. Eine Entzauberung auf schwedische Art. Mit vielen Rückblenden erzählt Carlsson die Lebensgeschichten einiger schwedischer Polizisten, die den schmalen Grad zwischen richtig und falsch verlassen haben. Frage, warum haben ausgerechnet schwedische Krimiautoren solch ein Vergnügen an rabenschwarzen Thrillern?

Meine Bewertung:Bewertung

 

Daniel Holbe -- Die Petrusmünze

 Umschlagfoto, Daniel Holbe, Die Petrusmünze

Nazis und die dunklen Geheimnisse des Vatikan, das verkauft sich im Genre Thriller anscheinend immer hervorragend. So auch im Roman "Die Petrusmünze" von Daniel Holbe. Nach einem geheimnisvollen Anruf macht sich die Historikerin Marlene Schönberg auf den Weg nach Frankreich, um in Marseille einen Mann zu besuchen, dem der Mord an seinem Vater zur Last gelegt wird. Aus der Untersuchungshaft entlassen, folgen die beiden, unterstützt vom Anwalt des Beschuldigten, den Spuren einer ominösen Münze, an deren Besitz der rechtmäßige Papst zu erkennen ist. Langatmiger "Thriller", der trotz zahlreicher und korrekter historischer Rückblenden arg die Geduld des Lesers strapaziert.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Manfred Geier -- Leibniz

 Umschlagfoto, Manfred Geier, Leibniz

So kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig. So ermahnte uns die Deutschlehrerin in der Oberschule, wenn es um Klausuren ging. Unter dieser Devise betreibt der Rowohlt Verlag seine Sparte Rotation, in der die behandelten Thema kurz und bündig auf den Punkt gebracht werden. Leibniz und die beste der möglichen Welten erhebt die Frage, wie Gott es zulassen kann, dass es das Böse gibt. Manfred Geier stellt die Kernthesen dieser Theodizeefrage vor und nimmt Bezug auf die Meinungen anderer Autoren bezüglich des Wesens Gottes. Guter Einstieg in die Diskussion, warum Gott das Böse zulässt.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Ben Coes -- The Last Refuge

 Umschlagfoto, Ben Coes, The Last Refuge

Wer mit politischer Schwarzweißmalerei - USA gut, alle anderen böse - keine Probleme hat, dem wird der dritte Einsatz des typisch amerikanischen Helden Dewey Andreas gefallen. Der Iran ist im Besitz eines nuklearen Sprengkörpers und will mit diesem Israel vernichten. Als der israelische Elitesoldt Kohl Meir entführt und im berüchtigten iranischen Gefängnis gefoltert wird, ist Andreas klar, dass er ihn befreien muss, denn Meir rettete bei der letzten Mission in Pakistan sein Leben. Ohne offizielle Unterstützung der US-amerikanischen Regierung, doch mit einigen ausgewählten Söldner macht sich Andreas daran, die Welt wieder einmal etwas sicherer zu machen. Strandlektüre pur.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Gayle Lynds -- Kartell der Angst

 Umschlagfoto, Gayle Lynds, Kartell der Angst

Sechs Top-Killer schließen sich zusammen, um während der Wirren des Irak-Kriegs ein überaus wertvolles Artefakt zu stehlen. Doch deren Raubzug scheitert dramatisch. Jahre später tauchen die Killer wieder auf. In Washington, D. C., Marrakesch und Bagdad führen sie einen letzten Kampf gegeneinander und versuchen mit allen Mitteln an den Gegenstand zu gelangen, der angeblich den Zugang zu einem Milliarden-Dollar-Vermögen ermöglicht. Mitten drin der ehemalige Militärspion Judd Ryder und die CIA-Anwärterin Eva Blake. Haarsträubende Handlung im Überfliegermodus. Nur für Hardcore-Fans militanter Action.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Daniel Wolf -- Das Gold des Meeres

 Umschlagfoto, Daniel Wolf, Das Gold des Meeres

Nach dem Mord an seinem Bruder Michel ist Balian gezwungen, das Geschäft der Familie Fleury weiterzuführen. Doch seine Talente liegen auf anderen Gebieten als dem der Kaufmannschaft. Es kommt wie es kommen muss, die Familie steht kurz vor dem Ruin. Um diesen abzuwenden und seine Gläubiger zu bezahlen, entschließt sich Balian zu einer verwegenen Handelsfahrt nach Gotland. Der dritte Band der "Fleury-Reihe" besticht einmal mehr durch sein rasantes Erzähltempo und die historischen Bezüge. Obwohl die Figuren wie moderne Menschen denken und handeln, überzeugt Daniel Wolf auch diesmal wieder durch seinen Erzählstil, der immer wieder auf historische Fakten rekurriert. Die perfekte Urlaubslektüre.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Lukas Erler -- Auge um Auge

 Umschlagfoto, Lukas Erler, Auge um Auge

Man kennt seine Freunde niemals so gut, wie man glaubt. Das muss auch der wegen einer Erbkrankheit erblindete Kunsthistoriker Cornelius Teerjong feststellen, nachdem sein langjähriger Freund, der Kameramann Henk de Byl, auf bizarre Weise ermordet wird. Zusammen mit seiner Freundin, der Journalistin Jenny Urban, unternimmt er seine eigenen Ermittlungen wegen des Todes von Henk. Dabei stoßen die beiden auf eine 17 Jahre zurück liegende Begebenheit, die das Motiv für den Mord und die noch folgenden Verbrechen darstellt. Lukas Erler hat mit "Auge um Auge" einen Thriller geschrieben, der unter die Haut geht. Seine Figuren, allen voran Teerjong, sind auf erschreckende Weise real und die Story ist, trotz literarischer Fiktion, von beklemmender Aktualität. Man darf auf die weiteren Fälle der beiden unfreiwilligen Ermittler gespannt sein.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Dirk Husemann -- Die Seidendiebe

 Umschlagfoto, Dirk Husemann, Die Seidendiebe

Wirtschaftskriminalität in der Antike. Laut dem Historiker Prokopios von Caesarea (500 - 562 n.Chr.) sollen zwei als Mönche verkleidete Männer in China einige der wertvollen Seidenraupen und damit gleichzeitig das streng gehütete Geheimnis der Seidenproduktion gestohlen und an den byzantinischen Hof gebracht haben. Daraus macht Dirk Husemann einen unterhaltsamen historischen Roman, der meisterhaft mit historischen Fakten und literarischer Fiktion spielt. Herausgekommen ist ein Buch, das den Leser durch seine dichte Atmosphäre, seine realistischen Figuren und seine Lust am Fabulieren überzeugt.

Meine Bewertung:Bewertung

 

David Baldacci -- Im Auge des Todes

 Umschlagfoto, David Baldacci, Im Auge des Todes

Will Robie und seine ehemalige Feindin und jetzige Partnerin Jessica Reel sind die zwei besten Profikiller der CIA. Der US-amerikanische Präsident schickt sie auf eine heikle Mission, die, wenn sie fehlschlägt, die USA in den Augen der Weltpolitik als blindwütigen Aggressor erscheinen ließe. Die beiden sollen den Führer Nordkoreas ausschalten, weil dessen Unberechenbarkeit ein großes Risiko für den Weltfrieden bedeutet. Baldacci mal wieder in Hochform. Eine gelungene Mischung aus Spannung und politischem Thriller. Robie und Reel müssen, da Nordkorea zurückschlägt, auf einmal im eigenen Land um das Leben der Präsidentenfamilie kämpfen. David Baldacci kann es anscheinend doch noch. Aus diesem Grund liest man dann auch gern über etwas zuviel Hurrapatriotismus drüber hinweg.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Lincoln Child -- Frequenz

 Umschlagfoto, Lincoln Child, Freequenz

Ein angesehener und bei seinen Kollegen beliebter Wissenschaftler des US-amerikanischen Think Tank Lux begeht auf spektakuläre Weise Selbstmord. Der Enigmatologe Jeremy Logan wird hinzugezogen, um den Fall zu untersuchen. Bei seinen Recherchen stößt er auf einen verborgenen Raum, in dem eine kurios anmutende Maschine steht, die, so zeigen es deren Bauteile, aus dem vorigen Jahrhundert stammt. Sie war Bestandteil eines geheimen Projekts mit dem Namen "Sin". Irgendjemand reaktivierte diese Apparatur und setzt im Geheimen die Versuche fort. Mit fatalen Folgen, denn die Auswirkungen sind haarsträubend "Frequenz" von Lincoln Child ist ein ebenso haarsträubender Roman, der zwar routiniert geschrieben, der Verlauf der Handlung jedoch leider vorhersehbar ist und somit wenig Spannung enthält. Nur für absolute Fans des Autors.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Candice Fox -- Hades

 Umschlagfoto, Candice Fox, Hades

"Als Killer wird man nicht geboren. Man wird dazu gemacht." Der Untertitel des Thrillers ist Programm. Hades betreibt in Sydney eine Müllkippe der besonderen Art. Neben Hausmüll entsorgt er alles, was nicht in den Blick der Polizei geraten soll. Eines Tages bringt man ihm zwei kleine Kinder, die Zeugen am Mord ihrer Eltern wurden, um sie ebenfalls zu "entsorgen". Doch auch der Herr der Unterwelt hat ein Herz und übernimmt die erzieherische Verantwortung der beiden. "Hades", so der Titel des Romans, ist ein ungewöhnliches und dichtes Epos über Selbstjustiz und die fast hermetisch abgeschottete Welt der Polizei. Die zwei Kinder, Eden und Erik, werden Polizisten und jagen im Geheimen die Mörder ihrer Eltern. Edens neuer Partner Frank Bennett hat ebenfalls einige Leichen im Keller und Candice Fox konstruiert daraus einen Kriminalroman, der es in sich hat. Mit vielen Rückblenden erzählt sie den Werdegang ihrer Figuren und macht daraus ein Kaleidoskop menschlicher Abgründe. Die Crux dabei: sowohl Eden als auch Frank sind absolute Sympathieträger. "Hades" ist frischer Wind in einem längst abgedroschenen Genre.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Eric Van Lustbader -- Die Bourne Herrschaft

 Umschlagfoto, Eric Van Lustbader, Die Bourne Herrschaft

Sommerzeit, Urlaubszeit, Strand und Meer. Dösen, entspannen und leichte, in diesem Fall sehr leichte Lektüre. Der unverwüstliche Jason Bourne treibt wieder einmal einen Privatkrieg gegen böse Menschen, die auch schon mal in den eigenen Reihen zu finden sind. Eric Van Lustbader, der Mann mit der Lizenz zum Schreiben von Romanen aus der Erbmasse Robert Ludlums hat - mal wieder - einen routinierten, aber langweiligen und vorhersehbaren Thriller um den Tausendsassa Bourne geschrieben. Mit Wehmut denkt der Leser an die Bourne-Trilogie aus der Feder Ludlums. Was danach folgte war, inklusive des aktuellen Romans, Leichenfledderei. Als Strandlektüre für nicht allzu anspruchsvolle Leser geeignet.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Jonathan Holt -- Der Verräter

 Umschlagfoto, Jonathan Holt, Der Verräter

Der tote Mann am Lido wurde, so hat es den Anschein, durch einen Ritualmord, ausgeführt von Freimaurern, getötet. Zum ersten Mal hat Capitano Katerina Tapo die Leitung der Ermittlungen und die führen sie bald in Italiens hohe Politik. Band 3 der Carnivia Trilogie enthält einen nicht immer spannenden Mix aus islamischem Terror, politischer Verschwörung, Cyberkriminalität und Geheimdienstintrigen, die bis zur "Gladio-Affäre" zurückreichen. "Der Verräter", ein nicht immer überzeugender Thriller.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Jonas Jonasson -- Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

 Umschlagfoto, Jonas Jonasson, Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Jeder Absatz eine Pointe? Das kann nicht funktionieren. Jonas Jonasson will viel, zu viel und das schadet dem Roman. Ein bekehrter Sünder ist er nicht, der Mörder-Anders, eher ein tumber Grenzdebiler, den das findige Pärchen Kjellander/Persson durch reichlichen Nachschub geistiger Getränke zu einem Szenepriester für erweckungsbedürftige Schweden aufbaut. Immer auf der Flucht vor Klein- und Großganoven, taumeln die drei von einem Geschäftsmodell zum nächsten. Was auf den ersten Seiten noch Charme und Witz besitzt, wird bei weiterer Lektüre arg langweilig.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Nicholas Petrie -- Drifter

 Umschlagfoto, Nicholas Petrie, Drifter

Der beste Freund von Peter Ash begeht Selbstmord und er fühlt sich an dessen Tod schuldig. Als er die Witwe besucht, um ihr Haus zu renovieren, entdeckt er unter der Veranda einen Koffer mit Geld und Plastiksprengstoff. Bei seinen Nachforschungen stellt sich heraus, dass der Tod seines Freundes kein Selbstmord war, da dieser einem geplanten Verbrechen auf die Spur gekommen ist. Peter begibt sich auf die Suche nach den Hintermännern. Leider hat er ein gesundheitliches Handicap - seit seiner Rückkehr aus dem Irak und Afghanistan leidet er, wie er es nennt, unter "weißem Rauschen", das einen Aufenthalt in geschlossenen Räumen so gut wie unmöglich macht. "Drifter", das Erstlingswerk von Nicholas Petrie, überzeugt nicht immer und gerade der Schluss des Romans wirkt überhastet hingeworfen und deutet weitere Bände um den traumatisierten Ex-Soldaten Peter Ash an.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Wilson -- Die Stunde der Entführer

 Umschlagfoto, Robert Wilson, Die Stunde der Entführer

In London werden zeitnah sechs Kinder aus reichen und politisch mächtigen Familien entführt. Die Polizei ist ratlos und Charles Boxer, selber gerade in dem Fall einer verschwundenen Person recherchierend, wird in die Massenentführung verstrickt. Ein schnörkelloser, teilweise brutaler Thriller aus der Feder von Robert Wilson. Die Ziele der Entführer bleiben lange im Dunkeln und Boxer begegnet der Person, die schon vor langer Zeit aus seinem Leben verschwunden ist - sein Vater. Die Fans Wilsons dürfen sich auf weitere Boxer-Romane freuen, zumal das überraschende Auftauchen seines Vaters einiges an politischer Brisanz zu versprechen scheint.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Ludlum/Freveletti -- Die Taylor-Strategie

 Umschlagfoto, Ludlum/Freveletti, Die Taylor-Strategie

Dieser Roman grenzt an Leichenfledderei. "Aus dem Nachlass von Robert Ludlum", so der Verlag, schreibt Jamie Freveletti die Erbmasse-Romane des 2001 verstorbenen Autors. "Die Taylor-Strategie", der 11. Band um die geheime Covert-One-Organisation, ist das Geld nicht wert, das er kostet. Eine wirre Story, zwar auf der Höhe des technisch Machbaren, jedoch mit an Textbausteinen erinnernden Sätzen. Konfus die Handlung und lieblos die stereotypischen Figuren. Von der Qualität des Bourne-Zyklus weit entfernt.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Tibor Rode -- Das Mona-Lisa-Virus

 Umschlagfoto, Michael Koryta, Die mir den Tod wünschen

Jemand führt Krieg gegen die Schönheit. In Süd-Amerika wird eine Gruppe von Schönheitsköniginnen entführt und deren Teilnehmerinnen tauchen operativ fürchterlich entstellt wieder auf. Bau- und Kunstwerke werden zerstört und die Tochter einer amerikanischen Wissenschaftlerin wird entführt. Die Mutter, Helen Morgan, deren Forschungsgebiet die Neuroästhetik ist, wird in den Strudel des Wahnsinns hineingerissen, als sie sich auf die Suche nach ihrer Tochter macht. Einmal mehr muss das Renaissancegenie Leonardo das Vinci als Vorlage eines, zugegeben spannenden Romans herhalten. Eine rasante Story führt den Leser u. a. nach Mexiko, Boston, New York, San Antonio, Warschau, Leipzig, Brasilien und zurück nach Florenz um 1500. "Das Mona-Lisa-Virus", ein in sich stimmiger Thriller, dessen Schluss leider etwas zu banal geraten ist.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Michael Koryta -- Die mir den Tod wünschen

 Umschlagfoto, Michael Koryta, Die mir den Tod wünschen

Der Junge Jace wird Zeuge eines Mordes und damit gerät er ins Visier der beiden Täter, zwei Brüder, die ohne Skrupel Menschen beseitigen. Er wird, da seine Eltern dem polizeilichen Zeugenschutzprogramm misstrauen, in eine Gruppe schwer erziehbarer Jugendlicher gesteckt, die unter der Leitung von Ethan Serbin in den Bergen des Yellowstone-Parks ein Survival-Training absolvieren. Doch die Brüder erhalten Informationen darüber, wo sich Jace aufhält und bald befinden sich Ethan und Jace in einem Kampf auf Leben und Tod verstrickt. "Die mir den Tod wünschen", ein anfänglich spannender - die Brüder sind die eigentlich faszinierenden Personen - Roman, der zum Schluss leider ins Melodramatische abgeleitet.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Stephen Hunter -- Einsame Jäger

 Umschlagfoto, Stephen Hunter, Einsame Jäger

Bob Lee Swagger ist wieder da und Stephen Hunter führt seine Leser zurück in die 70er Jahre und den US-amerikanischen Krieg in Vietnam. Donnie Fenn, Swaggers späterer Aufklärer, soll Anfang der 1970er-Jahre die Friedensbewegung infiltrieren, um angeblich gefährliche politische Umtriebe zu enttarnen. Nur widerwillig ist Fenn zur Durchführung dieses Auftrags bereit. Als seine Vorgesetzten merken, dass er den Befehl unterläuft, wird er nach Vietnam versetzt und lernt dort den Marine Swagger kennen. Stephen Hunter erzählt auf zwei Zeitebenen über eine politische Verschwörung, die erst in der Gegenwart durch ein Attentat auf eine Familie in den Fokus des Scharfschützen gerät. "Einsame Jäger" verknüpft viele lose Enden der Swagger-Romane.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Gregg Hurwitz -- Orphan X

 Umschlagfoto, Bettina Plecher, Isarlauf

Der freundliche junge Mann von nebenan ist kein harmloser Verkäufer von Industriereinigern, sondern ein in einem Geheimprogramm der US-Regierung ausgebildeter Killer. Evan Smoak wurde bereits als 12-jähriger verwaister Junge rekrutiert und von seinem Mentor zu einer Killermaschine geformt. Als er einen vermeintlich übergelaufenen Kollegen töten soll, taucht er unter und betätigt sich seitdem als "Nowhere-Man" und hilft verzweifelten Menschen, die von offiziellen Stellen keinen Beistand zu erwarten haben. Gregg Hurwitz hat mit "Orphan X" einen rasanten, manchmal jedoch die Grenzen der Logik arg verbiegenden Thriller geschrieben. Sein Held ist schier omnipotent und in der Lage gleich drei Menschen auf einmal zu helfen. Die Handlung ist spannend, der Leser merkt jedoch schnell, dass der Autor auch für Serien Drehbücher schreibt. Wen das nicht stört, der ist mit diesem Roman bestens bedient. Ein Lesevergnügen für Freunde harter Action und moderner Waffen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Bettina Plecher -- Isarlauf

 Umschlagfoto, Bettina Plecher, Isarlauf

Der zweite Fall des Toxikologen Quirin Quast und der Internistin Frieda May führt die beiden sympathischen Ermittler wider Willen auf den schmalen Grat zwischen Psychotherapie und dem Einsatz bewusstseinsverändernder Drogen. Während eines Marathons im Münchener Olympiapark bricht ein Läufer zusammen und verstirbt kurz darauf. Er ist der Bruder einer Freundin von Frieda, die um Hilfe bei der Aufklärung gebeten wird. So findet Quirin dann auch zwei Substanzen, die zusammen verabreicht, zum Herzstillstand führen. Die Neugier ist geweckt und das Team macht sich an die Untersuchung des Falles. "Isarlauf" ist ein gut geschriebener Krimi aus der Feder von Bettina Plecher, der u. a., gut recherchiert, die gnadenlose Hackordnung im Medizinbetrieb schildert. Der Roman weckt Neugier auf die folgenden Bände um die zwei Mediziner.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Rita Falk -- Leberkäsjunkie

 Umschlagfoto, Rita Falk, Leberkäsjunkie

Der siebte Fall des Provinzpolizisten Franz Eberhofer ist vieles, leider kein Kriminalroman. Wer jedoch viel Lokalkolorit, eine herb-deftige Ausdrucksweise und wenig bis gar keine polizeilichen Ermittlungen mag, der ist bei Rita Falks "Leberkäsjunkie" gut aufgehoben. Meine Vermutung: Ein vertraglich festgelegter Abgabetermin und zu wenig Inspiration.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Michael Connelly -- Götter der Schuld

 Umschlagfoto, Michael Connelly, Götter der Schuld

"Götter der Schuld", so nennt Michael Connelly in seinem mittlerweile fünften Michael-Haller-Roman die Geschworenen, die über das Schicksal eines Angeklagten entscheiden. Haller, der "Lincoln Lawyer", dessen Kanzlei ein Lincoln Town Car ist, wird mit einem Fall aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Der Mord an dem Callgirl Gloria führt Haller zu der für ihn bitteren Erkenntnis, dass er in einem vorherigen Prozeß benutzt wurde, um einen vom Drogenkartell engagierten Killer mit manipulierten Aussagen in lebenslängliche Haft zu bringen. Wer gern etwas über die Schilderungen anwaltlicher Winkelzüge und die manchmal merkwürdigen Abläufe des US-amerikanischen Justizsystems liest, ist bei Connelly gut aufgehoben. Alle anderen werden sich wegen der mehr als ausführlichen Darstellungen etwas langweilen.

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Brian Panowich -- Bull Mountain

 Umschlagfoto, Brian Panowich, Bull Mountain

Der einzige Nichtkriminelle des Burroughs-Clans ist ausgerechnet Clayton Burroughs, der Sheriff von Bull Mountain. Alle bisherigen Versuche des FBI und der DEA dem Clan das Handwerk zu legen sind gescheitert. Eines Tages erscheint in Bull Mountain ein junger FBI-Agent mit einem gewagten Plan, doch der setzt die Hilfe des Sheriffs voraus, der gegen seinen Bruder Stellung beziehen müsste. Eine gute Story und realistisch dargestellte Personen machen aus dem Roman ein beinahe gelungenes Erstwerk von Brian Panowich - wäre da nicht der vollkommen aus dem Hut gezauberte und absolut unglaubwürdige Schluss.

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Sean Beckz -- Das Turnier - Entartete Spiele

 Umschlagfoto, Sean Beckz, Das Turnier - Entartete Spiele

Was ist das letzte Mittel, um Menschen, die sich alles leisten können und die zu den oberen Zehntausend gehören, zu amüsieren? Der letztendlich und ultimative Kick besteht wohl in dem Schauspiel, einen Menschen zu beobachten, wie er um sein leben kämpft. Diese nicht zu überbietende Perversität menschlichen Handelns erzählt Sean Beckz in seinem brillanten Thriller "Das Turnier - Entartete Spiele". Zehn Kandidaten kämpfen auf einem extra für diesen Zweck umgebauten Öltanker um ihr Leben. Nur dem Gewinner winkt zusätzlich eine Prämie von 50 Millionen Dollar. Fünf Paten, jeder von ihnen richtet einmal diese Todesspiele aus und 100 Spieler, die mit ihren jeweils nach den Gegebenheiten ausgerichteten Wetten Geld gewinnen wollen, bilden die Zuschauer dieses Turniers. Der Leser wird in eine gnadenlose und sadistische Welt entführt, in der ein Menschenleben, außer das des Gewinners, nichts wert ist. Absolute Leseempfehlung!

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James Rollins -- Mission Ewigkeit

 Umschlagfoto, James Rollins, Mission Ewigkeit

Die Tochter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, wird von somalischen Piraten entführt. Die SIGMA-Force erhält den Auftrag, sie zu befreien. Doch die Rettungsmission schlägt fehl und Amanda Gant wird vor den Augen des Präsidentenehepaars getötet. Die Gilde hat anscheinend ihr Ziel erreicht, denn der Präsident löst die SIGMA-Force auf. Deren Chef, Painter Crowe, hat den Verdacht, dass die Gilde Einfluss an höchster Stelle hat. Der inzwischen 8. Band um Crowe und sein Team überzeugt wieder einmal durch die von Rollins gewohnte Mischung aus aktuellen Technologiekenntnisse, fundierten wissenschaftlichen Fakten und historischen und mythologischen Themen. "Mission Ewigkeit" ist die ideale Lektüre für kurzweilige Unterhaltung.

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Robert Crais -- Stunde der Rache

 Umschlagfoto, Robert Crais, Stunde der Rache

Elvis Cole und Joe Pike, die beiden muskelbepackten Ermittler haben es diesmal mit einem sie persönlich betreffenden Fall zu tun. Pike´s ehemalige Freundin wird ermordet und deren Vater, ein reicher Geschäftsmann mit sehr guten politischen Kontakten, beauftragt Cole und Pike die Ermittlungen der Polizei zu überwachen. Als Pike der Tat verdächtigt und verhaftet wird, weiß Cole, dass sie es mit einem Gegner zu tun haben, der mit allen Wassern gewaschen ist und ihnen stets einen Schritt voraus ist. Dank der lockeren und manchmal humorvollen, manchmal sarkastischen Ausdrucksweise liest der Leser gern über so einige logische Brüche hinweg. Wer spannende Unterhaltung sucht und dabei, stets augenzwinkernd, die ganze Angelegenheit nicht so ernst nimmt, der ist mit "Stunde der Rache" gut bedient.

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Antonio Manzini -- Die Kälte des Todes

 Umschlagfoto, Antonio Manzini, Die Kälte des Todes

Der zweite Fall des von Rom ins Aostatal strafversetzten Kriminalpolizisten Rocco Schiavone. Der, nicht eben ein Vorzeigeexemplar seines Berufsstandes, legt dann manchmal auch das Recht sehr kreativ aus und hat von Schuld und Strafe recht eigenwillige Vorstellungen. Natürlich, wie bei fast allen modernen Ermittlern in Kriminalromanen leider üblich, hat auch Schiavone ein Trauma erlitten, das ihm sein Leben schwer macht. Als jedoch eine junge Frau erhängt in ihrer Wohnung aufgefunden wird, ist sein Spürsinn geweckt und sein Instinkt sagt ihm, dass hinter dem scheinbaren Selbstmord mehr steckt, als es den Anschein hat. Ein gut konstruierter Krimi aus der Feder von Antonio Manzini, der für seinen tragischen Helden Schiavone sehr viel Sympathie empfindet. Das und die lockere aber stets spannende Diktion des Autors sorgt auch beim Leser für gute Laune beim Lesen.

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Heiko Grießbach -- Das Grauen im Wald

 Umschlagfoto, Heiko Grießbach, Das Grauen im Wald

Bereits im Jahr 2012 unter dem Titel "Im finsteren Wald" erschienen, jetzt in einer überarbeiteten und erweiterten Fassung neu veröffentlicht, ist "Das Grauen im Wald" ein spannender Mystery-Thriller aus der Feder Heiko Grießbachs. Ein Familienurlaub im Thüringer Wald endet blutig, denn im scheinbar beschaulichen deutschen Wald lauert eine unvorstellbare Gefahr. Wer dann auch noch die Warnung der Einheimischen - die müssen das schließlich wissen - in den Wind schlägt, muss für diese Ignoranz teuer bezahlen. "Geht nicht in den Wald! Im Wald herrscht das Böse ..."

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Fred Vargas -- Das barmherzige Fallbeil

 Umschlagfoto, Fred Vargas, Das barmherzige Fallbeil

Das Problem mit Serienhelden in Buchform ist die Tatsache, dass der Leser, steigt er erst nach mehreren veröffentlichten Büchern ein, schnell den Überblick verliert angesichts der Aussagen, welche die Figuren zu alten Fällen machen. Auch die sich daraus ergebenden psychischen Verwerfungen des Titelhelden, hier Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg und seinen, sagen wir es süffisant, schrulligen Kollegen, von denen auch nicht einer eine Spur Normalität aufweist, stellen den Neuling vor eine gewaltige Geduldsprobe.

In Paris werden innerhalb weniger Tage die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn aufgefunden. Adamsberg entdeckt an beiden Tatorten eher unauffällige Zeichnungen, die, im Kontext einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat, interpretiert, auf eine historische Dimension des Falles hinweisen.

Als die Ermittler feststellen, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat, und der Inhalt des Briefes auf ein Verbrechen während einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand, hinweist, fliegt Adamsberg mit zwei Kollegen nach Island und stellt dort eigene Untersuchungen an.

Der Leser, der bislang noch keinen Roman um den skurrilen Kommissar gelesen hat, muss sich dann auch tapfer durch den Roman quälen, bis er am Ende mit einem,,serientypisch, überraschenden Täter konfrontiert wird. Wer spannende Unterhaltung sucht, den wird "Das barmherzige Fallbeil" arg enttäuschen. Der Kriminalroman ist nur etwas für hartgesottenen Fans von Jean-Baptiste Adamsberg und seinem kollegialen Kuriositätenkabinett.

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Max Oban -- Der Zerstörer

 Umschlagfoto, Max Oban, Der Zerstörer

Das Problem mit Superhelden ist ihre stete Omnipotenz. Nichts, aber auch gar nichts kann sie stoppen. So auch Tom Swift, der seine CIA-Vergangenheit hinter sich gelassen hat und jetzt mit seiner Frau in der kleinen englischen Hafenstadt Whitby lebt. Eines Tages wird er von seiner Vergangenheit eingeholt, vom Mossad für eine schwarze Operation im Iran ausgewählt, von deren Planung die CIA Kenntnis erhält und Toms alter Gegenspieler im amerikanischen Geheimdienst den Auftrag erteilt, den ehemaligen Agenten zu töten. SuperTom kämpft an mindestens, der Leser und wohl auch der Autor verliert im Lauf der Handlung etwas den Überblick, drei Fronten - die Rache am Tod seines Vaters eingeschlossen - und teilt, ich bitte um Entschuldigung für meine lapidare Inhaltsangabe, nach Beendigung seines Auftrags seiner Frau die genaue Ankunftszeit seines Flugzeugs in Heathrow mit. Endlich wieder daheim bei Muttern. Auch ein Superheld a lá Tom Swift braucht Entspannung. Grauenvoller "Thriller".

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Donna Leon -- Endlich mein

 Umschlagfoto, Donna Leon, Endlich mein

24 Brunetti Krimis sind genug. Das beweist Donna Leons neuer Roman um den fraglos sympathischen Commissario aus Venedig. Die Autorin ist zurück in ihrer geliebten Welt der Oper. Auch feiert der Leser ein Wiedersehen mit der Sopranistin Flavia Petrelli, die nach Venezianisches Finale und Acqua Alta erneut ein Gastspiel in der Lagunenstadt gibt. Als eine junge Sängerin aus dem Kollegenkreis die Treppe einer Brücke hinuntergestoßen wird, beginnt Flavia um ihr eigenes Leben zu fürchten, da die Schatten der Vergangenheit zurückgekehrt sind. Wenig Kriminalroman, dafür viel Oper und Intrigen in Brunettis Dienststelle. Wirklich nur für absolute Fans der Autorin. Alle anderen leiden unter gepflegte Langeweile.

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Clive Cussler / Graham Brown -- Todeshandel

 Umschlagfoto, Cussler/Brown, Todeshandel

Der scheinbar mysteriöse Tod einer alten Freundin, eine IT-Spezialistin, führt Kurt Austin von der NUMA immer tiefer in die dunkle Welt der Cyberkriminalität. Während seiner Suche nach der Frau stößt er auf weitere Fälle, bei denen Wissenschaftler und Hacker verschwunden sind. Ihr Verschwinden war verbunden mit seltsamen Unfällen. Sind diese Menschen vielleicht gar nicht tot, sondern wurden entführt? Mit der Hilfe seines alten Freundes und Kollegen Joe Zavala entdeckt Kurt Austin einen Menschenhändlerring der besonderen Art. Ein gelungener Kurt-Austin-Roman für lange Winterabende.

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S. A. Bodeen -- Nichts als Überleben

 Umschlagfoto, S. A. Bodeen, Nichts als Überleben

Auch die Verfasser, in diesem Fall Verfasserin, von Jugendbüchern sollten in der Lage sein, eine logisch aufgebaute Geschichte mit nachvollziehbar handelnden Personen zu schreiben. Das ist in diesem Fall leider nicht gelungen. Robie ist bei ihrer Tante zu Besuch, die überraschend geschäftlich verreisen muss und die Aufsicht über den Teenager einer mehr als unzuverlässigen Person überlässt. Aha! Es kommt wie es kommen muss, Robie erlebt alltägliches Leben, wird von einem Betrunkenen grob angefasst, bekommt Angst und will wieder zu ihren Eltern. Das Flugzeug, das sie dorthin bringen soll, stürzt ab und sie ist die einzige Überlebende. Viel Gefühl, viel Fülltext und eine wirklich hanebüchene Handlung macht diesen Roman auch für die Zielgruppe zu einem mühevoll zu bewältigendem Roman. Keine Leseempfehlung.

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Eddy Zack -- Der Maulwurf aus Moskau

 Umschlagfoto, Eddy Zack, Der Maulwurf aus Moskau

Martin ist Software-Ingenieur und arbeitet für die Firma Air-Sliver in Wien an streng geheimen Drohen-Projekten. In Wirklichkeit heißt er Vladimir Ivanovich Serkov und hat in Moskau am russischen Raumfahrt-Programm gearbeitet. Sein Wunsch in den Westen zu gelangen, spielt ihn in die Hände des MI6, der ihn mit dem Versprechen seine Ausreise in die USA zu unterstützen, als Spion anwirbt. Damit beginnt für Martin/Vladimir eine Odyssee durch verschiedene Geheimdienste, die, sein Mentor bringt es auf den Punkt, wie Hundescheiße am Schuh kleben und denjenigen, der in deren Fänge gerät, niemals wieder loslassen. Das muss auch Vladimir schmerzhaft erkennen, denn seine Bemühungen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, erweist sich schwerer als gedacht. Ein tadelloser und spannender Roman über Spione, die immer ein Opfer ihrer eigenen Geschichte werden. Die Grenzen dessen, wer für was und gegen wen spioniert, verwischen sich immer mehr. Nur eines bleibt gewiss: Du kannst denen nicht entkommen. Ein toller Roman, der nahezu auf Gewaltdarstellungen und die genreüblichen Verfolgungsjagden verzichtet. Der Glaubwürdigkeit kommt das zugute.

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David Baldacci -- Escape

 Umschlagfoto, David Baldacci, Escape

Baldacci is back! Der beste Spezialagent der Militärpolizei, John Puller, muss ausgerechnet nach seinen Bruder Robert fahnden, dem die Flucht aus dem ausbruchssichersten Militärgefängnis Amerikas gelungen ist. Verurteilt wegen Hochverrat, sitzt er dort eine lebenslange Haftstrafe ab. Sein Bruder ermittelt anfangs widerstrebend, doch schnell wird ihm klar, dass es bei dem Prozess Ungereimtheiten gab, denen er jetzt nachgehen muss, um Robert zu schützen, denn weit gefährlichere Gegner sind bereits auf seiner Fährte. Ein rasanter Thriller, der bislang lose Enden der zuvor veröffentlichten Romane um den Militärermittler John Puller zusammenfügt. Ein Baldacci vom Feinsten und meine absolute Leseempfehlung.

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Tom Clancy -- Der Campus

 Umschlagfoto, Tom Clancy, Der Campus

Spätestens seit dem Tod des Bestsellerautors im Oktober 2013 sind, obwohl immer noch der Name Tom Clancy das Cover der Bücher ziert, diese nicht mehr vom Träger dieses immer noch verkaufsträchtigen Namens geschrieben. So stammt der neue Roman "Der Campus" in Wirklichkeit aus der Feder von Mark Greaney und ist leider nur ein schlecht gelungener Versuch, die, man ist versucht zu sagen, Familiensaga der Ryans fortzusetzen. Dominic Caruso, Neffe von Präsident Jack Ryan, ist Agent der Geheimorganisation Campus, die an allen anderen Geheimdiensten vorbei ihre Arbeit verrichtet. Als Caruso Zeuge des Mordes an seinem israelischen Ausbilder und dessen Familie wird, macht er sich auf die Suche nach einem Whistleblower, der die Attentäter und ihre Hintermänner mit Informationen versorgt. Routiniert, aber lieblos und vorhersehbar geschriebener Roman, der längst nicht mehr die Qualität der Originalromane Tom Clancys erreicht.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Douglas Preston -- Dark Zero

 Umschlagfoto, Douglas Preston, Dark Zero

Douglas Preston ist einer der US-amerikanischen Schnell- und Vielschreiber, der mit einem Tempo Bücher auf den Markt wirft, das schier atemberaubend ist. Leider, wie bei "Dark Zero", bleibt dabei nicht selten die Qualität auf der Strecke. Dabei ist die Idee des Romans durchaus spannend und auf der Höhe wissenschaftlicher Forschung. Wie würde eine künstliche Intelligenz reagieren, wenn sie mit den Fehlern und Schwächen der Menschheit in Kontakt gerät? Hätte die Menschheit überhaupt eine Chance gegen die von ihren Wissenschaftlern konstruierte, den Menschen in allen Belangen überlegene Maschine? Doch Douglas Preston gelingt es nicht, daraus einen spannenden Roman zu machen. Im Gegenteil, "Dark Zero" liest sich über weite Strecken wie ein Teenageroman. Dorothy, so der Name der künstlichen Intelligenz, reagiert wie ein verzogenes Mädchen und der Leser fragt sich mehr als einmal, ob Preston unter Einfluss von Drogen stand, als er diesen Roman geschrieben hat oder, ketzerische Frage, ob er ihn überhaupt selber geschrieben hat. "Dark Zero", noch nicht einmal tauglich als Strandlektüre

Meine Bewertung:Bewertung

 

David Baldacci -- Verfolgt

 Umschlagfoto, David Baldacci, Verfolgt

Will Robie, der Mann für besondere Fälle, sprich Auftragsmorde der US-amerikanischen Regierung, erhält die Weisung, eine Kollegin aus dem Weg zu räumen, da diese vermeintlich eine Verräterin ist. Robie bemerkt schnell, dass der Fall nicht so liegt, wie seine Auftraggeber es verlauten lassen. Er bekommt Zweifel am Sinn seiner Mission und versucht die Wahrheit aufzudecken. Dabei kommt er einer Verschwörung gigantischen Ausmaßes auf die Spur. Ein rasanter Thriller von David Baldacci, der mit dem zweiten Fall um Will Robie, dem Killer mit Herz, routiniert und spannend eine Geschichte erzählt, die den Leser in den Bann zieht. Ein typischer Baldacci.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Ilona Bulazel -- Projekt Todlicht

 Umschlagfoto, Ilona Bulazel, Projekt Todlicht

Ein alter Pass aus dem Dritten Reich der auf einer Onlineauktion auftaucht, weckt das Interesse des Teams um Leon Marchand. Als in Nordkorea geheimnisvolle Explosionen gewaltigen Ausmaßes geschehen, schalten sich auch die USA und Russland ein. Schnell wird allen Beteiligten klar, dass ein Zusammenhang besteht. "Projekt Todlicht" ist ein rasanter und routiniert geschriebener Politthriller aus der Feder von Ilona Bulazel. Die Story ist atemberaubend und logisch aufgebaut. Die Handlung ist spannend bis zur letzten Seite und wartet mit überraschenden Wendungen auf. Die perfekte Sommerlektüre.

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Lee Child -- Der Anhalter

 Umschlagfoto, Lee Child, Der Anhalter

Au weia, das kommt davon, wenn ein Autor dem Verlag zur Lieferung einer Reihe Bücher in einer gewissen Zeitspanne verpflichtet ist. "Der Anhalter", der nunmehr 16. Roman um den ehemaligen Militärpolizisten Jack Reacher besticht vor allem durch eines; seine wirre, zum Schluss sogar unlogische Story. Reacher versucht als Anhalter nach Virginia zu gelangen und findet sich prompt in einem Fall der nationalen Sicherheit wieder. Kriminalistische Fiktion ist eine Sache, Leserverarschung eine andere. So inhaltsarm, so verzweifelt konstruiert, so langweilig kam selten ein Reacher-Roman daher. Der Leser erhält auf knapp 450 Seiten den Eindruck, als habe Lee Child das Interesse an seiner Figur verloren. Keine Leseempfehlung!

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Andreas Eschbach -- Aquamarin

 Umschlagfoto, Andreas Eschbach, Aquamarin,

Ein routiniert geschriebener Jugendroman aus der Feder von Andreas Eschbach, der geschickt über das Thema jugendlicher Außenseiter und Gruppenzwang erzählt und die Geschichte in einen kriminalistisch-futuristischen Rahmen stellt. Die junge Saha hat eine merkwürdige Verletzung, die ihr jeden Kontakt mit Wasser verbietet. Eines Tages wird sie jedoch von einer Gruppe Mitschüler ins Hafenbecken gestoßen und dadurch erfährt Saha, dass sie eine seltsame Affinität zum Wasser besitzt. Als sie weitere Schwimm- und Tauchgänge unternimmt, lernt sie eine vollkommen neue Welt kennen. Doch diese Welt ist in Gefahr und nur Saha und ihre wenigen Freunde können sie vor dem Untergang bewahren.

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Steve Berry -- Das Königskomplott

 Umschlagfoto, Steve Berry, Das Königskomplott,

Großbritannien will einen libyschen Terroristen aus humanitären Gründen freilassen. Dagegen protestieren die Vereinigten Staaten. Um Druck auf die englische Regierung auszuüben, versucht die CIA ein historisches Geheimnis zu lüften, das, wenn es bekannt werden würde, die englische Politik in ihren Grundfesten erschüttern würde. Ein routiniert geschriebener aber nur mäßig spannender Roman von Steve Berry, der dem Leser (zu)viel Kenntnisse der englischen Geschichte abverlangt.

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John Verdon -- Die Unbarmherzigkeit des Augenblicks

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Auf der Beerdigung seiner Mutter wird der skrupellose Unternehmer Carl Spalter durch einen Kopfschuss ermordet. Als Täterin wird seine Ehefrau verurteilt. Dave Gurney, Mordermittler im Ruhestand, wird von seinem ehemaligen Kollegen Jack Hardwick auf den Fall aufmerksam gemacht. Eines ist schnell klar, so wie es das offizielle Untersuchungsergebnis darstellt, kann das Verbrechen nicht abgelaufen sein. Gurney und Hardwick kommen bei ihren Nachforschungen einem seit langen sein Unwesen treibenden Killer nahe, zu nahe. Viele, zu viele überraschende Wendungen und ein banales Ende machen den Krimi wohl nur für eingefleischte Fans von Dave Gurney zu einem Lesevergnügen.

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Tim Weaver -- Erkenne deine Schuld

 Umschlagfoto, Tim Weaver, Erkenne deine Schuld,

Leonard Franks lebt mit seiner Frau zurückgezogen im einsamen Dartmoor. Nach einer beispielhaften Karriere im Polizeidienst genießt er seinen wohlverdienten Ruhestand. Eines Tages findet diese Idylle ein Ende. Franks geht nach draußen, um Feuerholz zu holen und kehrt nicht wieder ins Haus zurück. Seine Tochter, selbst eine erfolgreiche Polizistin, schaltet David Raker ein, der als Spezialist für Vermisstenfälle eine gewisse Bekanntheit hat. Seine Nachforschungen bringen das öffentliche Bild des Vorzeigepolizisten Franks ins Wanken. Solide geschriebener Krimi um den Privatermittler David Raker.

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Lars Kepler -- Ich jage dich

 Umschlagfoto, Lars Kepler, Ich jage dich,

Das war ja klar: Joona Linna taucht wieder auf und wird gleich mit einem Fall von Serienmorden konfrontiert. Trotzdem macht es keinen Spaß diesen mittlerweile 5. Fall aus der Feder des Autorenduos Alexandra und Alexander Ahndoril zu lesen. Eine an sich gute Story wird haarsträubend und manchmal unlogisch erzählt. Der Schreibstil erinnert an die hölzerne Diktion von Textautomaten und die Personen agieren fast autistisch, so dass der Leser sich fragt, ob der Roman nicht eher das Ergebnis einer vertraglichen Verpflichtung zur regelmäßigen Veröffentlichung von neuen Bänden ist, als die Transformation einer guten Idee in einen spannenden und konsistenten Thriller.

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Samuel Bjørk -- Engelskalt

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"Ich reise allein". Dieses Schild hängt um den Hals eines toten Mädchens, das aufgehängt in einem Baum gefunden wurde. Der Ermittler Kommissar Holger Munch benötigt die Hilfe einer Kollegin, die sich auf eine einsame Insel zurückgezogen hat, um Selbstmord zu begehen. Ein Blick auf die Tatortfotos bewegen sie allerdings dazu, zusammen mit Munchs Team, den Täter zu suchen. Denn, davon ist Mia Krüger überzeugt, es wird noch mehr tote Mädchen geben. Ein spannender Thriller aus Norwegen, der alles hat, was zu einem guten Krimi gehört. Ein eingespieltes Team von Ermittlern, eine intelligente Story, eine logisch aufgebaute Handlung und überraschende Wendungen. Der erste Roman von Samuel Bjørk, das Pseudonym des norwegischen Autors und Dramatikers Frode Sander Øien, macht auf Lust auf weitere Thriller aus dessen Feder.

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Richard Montanari -- Der Abgrund des Bösen

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Ein Mann wird mit ein Eisenbahnnagel ermordet und dessen Körper danach auf einer Parkbank abgelegt. Die Detectives Kevin Byrne und Jessica Balzano vom PPD ermitteln in diesem Fall, dem weitere, nicht minder bizarre Morde folgen. Alle Spuren führen zum Philadelphia State Hospital, einem längst geschlossenen Krankenhaus. Auf verschiedenen Zeitebenen angelegt, ist der Thriller ein genretypischer Pageturner mit einem schier omnipotenten Killer, der auf den Spuren eines berüchtigten russischen Serienmörders wandelt. Manchmal gehen allerdings mit dem Autor die Pferde durch und die Handlung weist logische Unwahrscheinlichkeiten auf, die die ansonsten spannenden Lektüre empfindlich stören.

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Brad Thor -- Schwarze Liste

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"Jason Bourne war gestern. Die Zukunft gehört Scot Harvath." So jedenfalls jubiliert der Verlagstext. Ob das wirklich so ist, entscheidet immer noch der Leser. Auf alle Fälle hat Brad Thor einen spannenden und rasanten Thriller über die Macht der Geheimdienste und deren angewandte Methoden zur Überwachung und Manipulation geschrieben. Der mit allen Wassern gewaschene Terrorfahnder Scot Harvath findet sich auf einmal auf der "Schwarzen Liste", von Präsidenten der USA genehmigte Tötungen, wieder. Er muss alle seine Fähigkeiten benutzen, um zu erfahren, wer wirklich hinter dem Mordbefehl steckt. Ein gut recherchierter Roman über die schon heute real drohende Gefahr einer Regierung hinter der Regierung. Leider war an vielen Stellen das Lektorat der deutschen Übersetzung unzulänglich. Beispiel: "Er stieß mit seinem Wagen in eine leere Lücke" - wie schauderhaft!

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Jussi Adler-Olsen -- Verheissung

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Zickenkrieg im Esoterikbetrieb. Der neue Krimi von Jussi Adler-Olsen ist zum Gähnen langweilig. Der spektakuläre Selbstmord eines Polizeikommissars sorgt dafür, dass das Sonderdezernat Q wieder einen seit Jahren ungelösten Fall, den Tod einer jungen Frau, untersucht. Carl Mørck grantelt wie gewohnt, sein Assistent Assad gibt wie immer Rätsel auf und Rose ist die treibende Kraft im Hintergrund. Alles wie bereits in den fünf Vorgängerromanen gelesen. Im Gegensatz zu denen dümpelt die Handlung in "Verheissung" leider seicht vor sich hin. Zwischendurch viel Esoterikgeschwafel. Spannung? Fehlanzeige! Da helfen auch die doch arg konstruierten Wendungen am Schluss des Romans nicht mehr viel. Nur für absolute Fans der Fälle des Sonderdezernats.

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Thore D. Hansen -- Quantum Dawn

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Bei der Aufklärung des Todes eines Investmentbankers kommt die Scotland-Yard-Ermittlerin Rebecca Winter einem gigantischen Finanzkomplott auf die Spur. Zusammen mit dem anfangs zwielichtigen BND-Agenten Erik Feg folgt sie der Spur einer groß angelegten Manipulation, die dazu geeignet scheint, die Weltwirtschaft zusammenbrechen zu lassen. Thore D. Hansen hat mit "Quantum Dawn" einen Thriller aus der Finanzwelt geschrieben, der dem Leser schier den Atem nimmt. Was ist Fiktion und was bereits Realität? So fragt sich auch der in Wirtschaftsfragen unbedarfte Laie. Die Abhängigkeit des Systems von Algorithmen, die den Börsenhandel im Millisekundentakt ermöglichen, entzieht sich bereits der menschlichen Kontrolle. Der Autor bewegt sich mit seinem Roman hart an der Realität und scheut sich nicht, globale Finanzplayer zu nennen, die wesentlich an Manipulationen beteiligt waren und sind. Goldman Sachs, die EZB, der Hedgefondgigant BlackRock, aber auch die Verstrickung der Politik in unsaubere Machenschaften, all das lässt Hansen Revue passieren. Nach der Lektüre bleibt nur die Ohnmacht des Lesers angesichts eines möglicherweise drohenden Zusammenbruchs - und dessen fatale Folgen. Unbedingt lesen!

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Arne Dahl -- Hass

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Der vierte und letzte Teil der Kriminalromane um die geheime europäische Einsatztruppe Opcop vereinigt endlich die losen Fäden seiner Vorgänger zu einem meist stimmigen Finale. Wie in seinen Vorgängern, ist auch hier die Handlung vollbesetzt mit dem internationalen Verbrechen. Drogen, Genmanipulation, global agierende Mafiastrukturen und das schier omnipotente Sicherheitsunternehmen Asterion, nichts lässt der Autor aus. Wie immer reisen die Opcop-Ermittler um den Globus, um den einzelnen Spuren nachzugehen und dabei geschehen dann doch mehrfach logische Unwahrscheinlichsten und erzählerische Tricks, um das Ganze zu einem mehr oder weniger in sich geschlossenem Ganzen zu formen. Es ist gut, dass die Reihe mit dem Band "Hass" endlich ihren Abschluss gefunden hat.

Meine Bewertung:Bewertung

 

J. T. Brannan -- Omega

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Merkwürdige Dinge geschehen überall auf der Welt. Die Christus-Statue in Rio bewegt auf einmal die Arme, Vögel attackieren Flugzeuge - in deren Reiseflughöhe! - und Tsunamis vernichten weite Teile Asiens. Die Journalistin Alyssa erhält den Hinweis, dass das alles keine natürliche Ursache hat. Als sie weiter recherchieren will, schalten sich mächtige Interessengruppen ein, um sie daran zu hindern. Wer Lust auf einen Thriller hat, der eher eine Persiflage auf das Genre ist, der kommt bei "Omega" auf seine Kosten. Da wird gesprungen, geflüchtet und geschossen, dass es eine Freude ist. Alyssa überlebt noch jede so große Unwahrscheinlichkeit, dass es den Anschein hat, dieser Thriller ist eine Verarsche des Lesers. Nur der Schluss, der hat es wirklich in sich. Nur für Freunde hirnrissiger Action.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Preston/Child -- Lost Island

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Eine alte Karte, eine geheimnisvolle Insel und eine Pflanze, die Kranke heilt und das Leben verlängert. Gideon Crew erhält den Auftrag, die Karte zu stehlen und die Insel zu suchen. "Lost Island" ist das bislang langweiligste und zudem wirr erzählte Buch über den todkranken Agenten wider Willen. Der Roman startet langatmig, um konfus zu enden. Die Personen sind einmal mehr schablonenhaft und agieren wie Marionetten. Waren die ersten Romane um Gideon Crew inhaltlich noch nachvollziehbar und spannend, so ist "Lost Island" eine krude Mischung aus Fantasy und Action, die den Leser mit aneinander gereihten Unwahrscheinlichkeiten nervt. Wer diesen Roman des Duos Preston/Child nicht liest, hat etwas Lebenszeit gewonnen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Jason Matthews -- Operation Red Sparrow

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Der junge CIA-Agent Nathaniel Nash trifft in Moskau einen hochrangigen Informanten des russischen Geheimdienstes. Als feindliche Agenten auftauchen, setzt er alles daran, seine Quelle zu schützen. Durch sein Handeln bringt er die Operation in Gefahr und wird von seinem Posten in Moskau abgezogen. Darum bemüht, den russischen Verräter zu enttarnen, setzt der Geheimdienst der Russen die Agentin Egorowa ein. Ein Spionagethriller ohne die gewohnten Zutaten, sondern vielmehr ein Blick hinter die Kulissen der Geheimdienste und ihre Arbeit im Verborgenen. Der Autor Jason Matthews weiß wovon er erzählt, war er doch über dreiunddreißig Jahre bei der Operationsleitung der CIA beschäftigt, wo er auf die Informationsgewinnung in nicht leicht zugänglichen Gebieten spezialisiert war und außerdem verdeckte Einsätze in Europa, Asien und der Karibik leitete.

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Barry Eisler -- Der Zirkel der Macht

 Umschlagfoto, Der Zirkel der Macht,

Zweiundneunzig Videos, die Folterungen durch die CIA zeigen, wurden gestohlen, um die US-amerikanische Regierung zu erpressen. Im Verdacht steht Daniel Larison, ein Beteiligter an den Folterungen. Ihn soll Ben Treven, ehemaliges Mitglied einer Spezialeinheit, finden. Die Suche gestaltet sich überaus schwierig, da auch andere Gruppen Interesse an den Videos haben. Ein gewohnt starker Roman aus der Feder von Barry Eisler, der sich intensiv mit den Machenschaften von Geheimdiensten und der Regierung beschäftigt. Besonders brisant: Der Roman beruht auf einer realen Begebenheit.

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Arno Strobel -- Das Dorf

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Psychothriller, so bewirbt der Verlag den neuen Roman von Arno Strobel. Starker Tobak, denn der Plot ist von zahlreichen Hollywood B-Produktionen abgekupfert. In einem kurzen Telefongespräch bittet die Ex-Freundin um Hilfe, da ihr Leben in Gefahr sein soll. Der Ex-Freund fährt ihr hinterher und gelangt in ein nahezu unbewohntes Dorf. Natürlich sind die Menschen abweisend und aggressiv und der gute Samariter kommt sich bald selber bedroht vor. Dinge erscheinen und verschwinden, Menschen ebenso und dem Leser schwirrt allmählich der Kopf angesichts der Tatsache, das der Mann es einfach nicht schafft, mit seinem Handy Hilfe zu holen. Der Schluss, die Lösung der Geschichte ist dermaßen arg konstruiert, dass der Leser den "Psychothriller" ärgerlich aus der Hand legt. Wem`s gefällt...

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Ludlum / Kyle Mills -- Das Galdiano-Experiment

 Umschlagfoto, Das Galdiano-Experiment,

Robert Ludlum ist tot, aber seine Figuren leben. Covert One mit Jon Smith und Randi Russell, der irre Computerfreak Marty, sie alle lassen den Genuis ihres Schöpfers weiterleben. Auch im neuen/alten "Galdiano-Experiment" ist immer noch genug Ludlum drin, um den Fans und anderen Leser Vergnügen eine unterhaltsame Lektüre zu bieten. Der "Merge", ein Gerät, dass das I-Phone wie ein Steinzeittelefon aussehen lässt, wird direkt mit dem Gehirn des Nutzers verbunden. Dessen Erfinder, der geniale Wissenschaftler Christian Dresner, benutzt das Gerät jedoch für einen teuflischen Plan. Ein ausgelöschtes Dorf in Afghanistan ist erst der Anfang eines unglaublichen Vorhabens. Ein Fall für Covert One.

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Anne Perry -- Das Grab in der Themse

 Umschlagfoto, Das Grab in der Themse,

London 1865 - Ein Vergnügungsdampfer wird auf der Themse in die Luft gesprengt. Die Menschen sind empört und verlangen nach einer schnellen Lösung des Attentats. Der kurz danach präsentierte Schuldige wird nach einem schnellen Prozeß zum Tode verurteilt. Doch Inspector William Monk, ein Augenzeuge des Verbrechens, bekommt Zweifel am dargestellten Tathergang und beginnt mit eigenen Ermittlungen. Wie immer bei Anne Perry, ist der Roman perfekt konstruiert und besticht ein weiteres Mal durch die realistischen Bild des spätviktorianischen Englands. Nur, und das trübt leider das Lesevergnügen, ihre Hauptfiguren sind dermaßen pathetisch in ihrem Bemühen um das Gute, dass es fast schon an Kitsch grenzt.

Meine Bewertung:Bewertung

 

James Douglas -- Totale Kontrolle

 Umschlagfoto, Totale Kontrolle,

Nordkoreanische Geheimdienstaktivitäten in der Schweiz, Gehirnforschung mit dem Ziel der Gedankenmanipulation und Serienmorde an Frauen, das sind die Zutaten, aus denen James Douglas einen rasanten, jedoch nicht immer logischen Thriller mixt. Temporeich und ausgestattet mit vielen Rückblenden, ist "Totale Kontrolle" ein Roman, der, immer am Puls der Zeit, viele Themen aufgreift, die die Welt momentan in Atem halten. Fans knallharter Aktion kommen in dem neuen Fall für Ken Cooper, Chef eines in Zürich agierenden Privatnachrichtendienstes mit den besten Cyber-Abwehrspezialisten, absolut auf ihre Kosten.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Wilson -- Ihr findet mich nie

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Charlie Boxer ist ein gesuchter Spezialist, wenn es um hochkarätige Entführungen geht. Doch sein Familienleben ist zerstört, seine Ehe schon lange geschieden und seine siebzehnjährige Tochter Amy ist eine Fremde für ihn. Das ändert sich dramatisch, als Amy eines Tages von der Bildfläche verschwindet und ihren Eltern als letzten Gruß ein "Ihr findet mich nie" hinterlässt. Boxer wäre nicht der Mann, den man bei Entführungen einschaltet, wenn es ihm nicht gelingen würde, die Spur seiner Tochter aufzunehmen. Doch was er bei der Suche nach ihr erlebt, wird Boxer an die Grenzen seiner Kräfte führen. Robert Wilson hat einen knallharten und schnörkellosen Thriller geschrieben, der durch seine Authentizität besticht und der auch dem Leser einiges abverlangt. Kein Roman für zarte Seelen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Daniel Suarez -- Control

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Eine geheime Regierungsbehörde der USA, das "Bureau of Technology Control" entführt Wissenschaftler, die zukunftsweisende Entdeckungen gemacht haben und sorgt dafür, dass deren Erfindungen der Menschheit nicht zur Verfügung stehen, mit der Begründung, dass diese noch nicht so weit fortgeschritten ist, als dass man ihr Dinge wie die Kernfusion oder ähnlich bahnbrechendes anvertrauen könnte. Als dem Physiker Jon Grady die Aufhebung der Schwerkraft gelingt, schaltet sich das "Bureau" ein und entführt ihn. Da er sich weigert, zu kooperieren, sperrt man ihn tief unter der Erde in ein Gefängnis. Grady gelingt jedoch mit der Hilfe von anderen gefangen gehaltenen Wissenschaftlern die Flucht und es beginnt ein gnadenloser Kampf um den weiteren Weg der Menschheit. Wer die Bücher von Daniel Suarez kennt, der wird, trotz einiger Längen und wissenschaftlichen Unwahrscheinlichkeiten, auch dieses mögen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Hans C. Schnorf -- Exaflop

 Umschlagfoto, Exaflop,

Phil Moser, Manager eines Hedgefonds mit Sitz am Zürcher See ist der aktuelle Star der Firma, bis er sich aufgrund falscher Informationen eine kapitale Fehlspekulation erlaubt, die ihn seinen Job kostet. Zusammen mit einem skrupellosen Partner beschließt er, eine Krebsmedikamentenstudie am Genfer Universitätsspital zu manipulieren, um durch spekulative Börsengeschäfte einen Riesengewinn zu machen. Ein durchaus gelungener Roman über die Mechanismen hoch spekulativer Finanzgeschäfte, die sich längst vom Gedanken der Wertschöpfung verabschiedet haben und stattdessen die Gier zum Motor menschlicher Handlungen erklärt haben und die für einen satten Börsengewinn bereit sind, über Leichen zu gehen. Die Frage ist nur, ob es realistisch ist, dass es nur einer Personen bedarf, um eine unter strenger Kontrolle stehende Medikamentenstudie zu manipulieren. Ansonsten ein starker Roman über die Finanzbranche.

Meine Bewertung:Bewertung

 

David Tanner -- Das eisige Herz des Mont Bisanne

 Umschlagfoto, David Tanner,

In einem mondänen Skiort in den Savoyer Alpen wird in einem Sesselllift die geschändete Leiche einer Frau gefunden. Der Bericht über diese grausame Tat wird lediglich in der Lokalzeitung von Chanterelle kurz erwähnt und erlangt darüber hinaus keine mediale Aufmerksamkeit. Das wiederum macht den Enthüllungsjournalisten Antoine Kirchner stutzig und er beginnt mit seinen eigenen Recherchen. Wer will diese Tat vertuschen und wer hätte im Fall der Aufklärung des Mordes viel zu verlieren? Bei seinen Ermittlungen stößt Kirchner auf weitere ungeklärte weibliche Todesfälle. Für Leser, die noch so etwas wie Spannung bei einem Kriminalroman voraussetzen, ist es der falsche Roman. Nur empfehlenswert für Freunde des gediegenen, aber langweiligen Sonntagabendkrimis des ZDF.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Hjorth & Rosenfeldt -- Das Mädchen, das verstummte

 Umschlagfoto, Hjorth, Rosenfeldt,

Auch im vierten Roman um den Profiler Sebastian Bergmann ist dieser nicht unbedingt sympathischer geworden, was sich leider auch auf die Qualität des Romans "Das Mädchen, das verstummte" auswirkt. Erst nach einem guten Drittel des Buches gelingt es dem Autorenduo so etwas wie Spannung zu produzieren, die einige Seiten weiter aufgrund haarsträubender Handlungsfehler wieder zunichte gemacht wird. Im Ernst, was für Ermittler müssen das sein, die ihre einzige Zeugin, dazu noch ein zehnjähriges Kind, auch nach dem zweiten Mordversuch nicht unter strenge polizeiliche Bewachung stellen? Aber da die Ermittler mehr mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben, bleibt dafür wohl keine Zeit mehr. "Das Mädchen, das verstummte" ist nicht nur über weite Strecken langweilig und vorhersehbar, sondern eher das psychologische Drama jedes einzelnen Ermittlers. Das bislang schwächste Buch dieser Reihe.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Andreas Eschbach -- Der Jesus-Deal

 Umschlagfoto, Andreas Eschbach, Der Jesus-Deal

Zeitreisen sind eine verwirrende Angelegenheit. Was war zuerst und was kam danach? Die Frage stellt sich auch bei dem Roman "Der Jesus-Deal" von Andreas Eschbach. Ist die Fortsetzung seines Buchs "Das Jesus-Video" nicht eher die Grundlage für Letzteres? Wie auch immer, dieser Roman hat es in sich. Samuel Barron, einer der reichsten und mächtigsten Männer des Planeten, gelangt in den Besitz des Jesus-Videos. Für ihn, einen zu allem bereiten, an den bevorstehenden Endkampf zwischen Gut und Böse glaubenden Evangelikalen, ist klar, die Wiederkehr des Messias findet bald statt. Damit nach der in der Offenbarung des Johannes vorausgesagten Endzeitschlacht Armageddon, der man, soll sie denn pünktlich stattfinden, auch schon mal etwas nachhelfen muss, Jesus wieder erscheinen kann, schickt Barron ein Team von strenggläubigen Christen in die Vergangenheit zurück. Sie sollen den Messias in die Gegenwart bringen, damit der, zusammen mit seinem Vater (Gott) die Endzeitschlacht leitet. "Der Jesus-Deal" ist eine gelungene Fortsetzung, die, gespickt mit Aussagen "christlicher" Endzeitvisionäre, aus dem religiösen Wahnsinn evangelischer Fundamentalisten einen spannenden Roman macht - eben ein typischer Eschbach.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Fredrik T. Olsson -- Der Code

 Umschlagfoto, Fredrik T. Olsson, Der Code

In Amsterdam verschwindet eine Sumerologin. In Berlin wird ein Obdachloser erschossen und auch in Stockholm verschwindet der Kryptologe William Sandberg nach einem Selbstmordversuch aus dem Krankenhaus. Dieser findet sich, zusammen mit der Sumerologin, in einer geheimen Einrichtung einer ebenso geheimen Organisation wieder. Beide sollen, wie bereits andere vor ihnen, einen Code entschlüsseln. Dieser ist in der menschlichen DNA eingebettet und mit Kommentarzeilen versehen. Es scheint, als wenn die Botschaft des entschlüsselten Codes die Geschichte der Menschheit beinhalten würde - und für die Zukunft eine schreckliche, nicht abwendbare Gefahr voraussagt. "Der Code", das Romandebut von Fredrik T. Olsson, beginnt mit beachtlichem Tempo, um dann jedoch ebenso fulminant an Schwung zu verlieren. Die Geschichte ist zwar gut erzählt, doch mangelt es mit zunehmender Länge des Romans an Spannung. So wird z. B. auf gefühlt 150 Seiten darüber gestritten, wer wem welche Zugangskarte gestohlen hat. Die Menschheit, soviel wird den Forschern bald klar, steht vor der Gefahr, durch ein von Menschen geschaffenes Virus ausgerottet zu werden. Als die Seuche dann tatsächlich ausbricht, bringen sich vornehmlich die Reichen und Mächtigen auf einen gigantischen Flugzeugträger in Sicherheit, das normale Fußvolk allerdings muss selber schauen, wo es bleibt. Und genau an dieser Stelle wird der Roman unglaubwürdig. Da ist keine Rede von Massenpanik und dem Zusammenbruch der Zivilisation. Wer nicht sofort stirbt, der bringt sich diszipliniert in Sicherheit und wartet, wo auch immer, auf das Ende der Seuche. Gähn! Was hätte ein absoluter Pageturner werden können, mutiert im Lauf der Handlung zu einem langweiligen Endzeitroman.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Neal Asher -- Das Komitee

 Umschlagfoto, Neal Asher, Das Komitee

Die Welt am Anfang des 22 Jahrhunderts ist überbevölkert. Mehr als 18 Milliarden Menschen leben auf ihr. Die Ressourcen sind nahezu erschöpft und eine brutale Funktionärsclique, genannt das Komitee, regiert die Welt. Hunger und Armut sind für die Menschen an der Tagesordnung und wer gegen das Komitee protestiert, wird einer "Umerziehung" unterzogen, die fast immer mit dem Tod dieses Menschen endet. In dieser Welt erwacht Alan Saul in einer Kiste, die, nach der "Umerziehung", auf dem Weg zur Müllverbrennungsanlage ist. Saul, obwohl er über keine Erinnerungen mehr verfügt, die über die letzten zwei Jahre zurückreichen, beginnt den Kampf gegen die globale Diktatur. Wer ein Freund brutaler Science Fiction ist, der kommt bei diesem Roman durchaus auf seine Kosten. Blut spritzt, Köpfe rollen und auch andere Gliedmaßen sind permanent in von ihren Körpern sich entfernender Bewegung. Die Story ist nicht unbedingt originell - der Kampf eines Einzelnen gegen eine Diktatur - doch trotz einiger Längen bietet der Roman einen guten Unterhaltungswert.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Antonio Fian -- Das Polykrates-Syndrom

 Umschlagfoto, Antonio Fian, Das Polykrates-Syndrom

Der biedere und langweilige Artur arbeitet, obwohl Akademiker, in einem Kopiergeschäft und verdient sich als Nachhilfelehrer etwas Geld dazu. Verheiratet ist er mit der nicht weniger langweiligen, aber nervenden Rita, die als Mittelschullehrerin kurz vor einem Karrieresprung steht. Eines Tages lernt Artur die junge Alice kennen und sein bisheriges Leben wird komplett auf den Kopf gestellt. Der Roman von Antonio Fian beginnt durchaus originell, endet aber mehr und mehr in unlogischen Spielereien und einem splattermäßigen Finale, dessen abruptes Ende beim Leser mehr Fragen als Antworten hinterlässt. Zwischendurch gibt es zwar einige nette Einfälle und komische Situationen, doch die kennt man bereits zur Genüge aus ähnlichen "verheirateter Mann lernt junge Frau kennen" Geschichten.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Patrick Lee -- Mindreader

 Umschlagfoto, Patrick Lee, Mindreader

Der Veteran Sam Dryden ist bei einem Jogginglauf, als ihm die 12-jährige Rachel über den Weg läuft. Sie ist auf der Flucht vor bewaffneten Soldaten. Sam nimmt sich ihrer an und merkt schnell, dass dieses Mädchen außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Rachel kann Gedanken lesen und verfügt zudem über eine weit gefährlichere Kraft. Aus diesem Grund wird sie nicht nur vom Militär gejagt. Patrick Lee hat einen Roman geschrieben, der zwar leidlich spannend daherkommt, trotzdem jedoch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Abgesehen von der Tatsache, dass Rachel einmal als typischer verängstigter Teenager, ein anderes Mal jedoch als knallhart morden wollende Killerin beschrieben wird, ist auch das Sujet des Romans nicht so originell, wie es der Klappentext verspricht. Wer sich nicht daran stört, dass eine der Hauptfiguren in diesem Thriller noch ein Kind ist, der wird vielleicht auf seine Kosten kommen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

David Baldacci -- fünf vor zwölf

 Umschlagfoto, David Baldacci, fünf vor zwölf

Der Eidetiker Edgar Roy ist des 6-fachen Mordes angeklagt. Pikant: Er ist ein Ex-Nachrichtendienstmitarbeiter, der als Datenanalyst die USA vor Terrorangriffen warnte; er war ein Top-Mitarbeiter bei einem streng geheimen Projekt der Regierung. Als sein Anwalt, ein alter Freund von Sean King, ermordet wird, schaltet sich das Ermittlerduo Maxwell/King in den Fall ein. Schnell wird ihnen klar, dass hinter der Mordanklage einflussreiche politische Kräfte stehen.
David Baldacci legt den fünften Band um die beiden sympathischen Detektive vor und das mit einer Routine, die man von diesem Autor gewohnt ist. Das Thema ist hochaktuell, denn die USA sind aus Gründen der vermeintlichen nationalen Sicherheit der größte Sammler von militärischen, wirtschaftlichen und sozialen Daten und so verwundert es nicht, dass sich King und Maxwell schnell auf der Seite der Gejagten wiederfinden. Lange bleibt es unklar, typisch Baldacci, wer die Guten und wer die Bösen sind. Zum Schluß hält der Autor dann auch noch eine handfeste Überraschung parat. Nervenkitzel garantiert.

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Jeffery Deaver -- Todeszimmer

 Umschlagfoto, Jeffery Deaver, Todeszimmer

Der regierungskritische US-Bürger Roberto Moreno wird Opfer eines Mordanschlags. Die Staatsanwältin Nance Laurel will gegen die Verantwortlichen ermitteln und sucht Hilfe beim Ermittlerduo Lincoln Rhyme und Amelia Sachs. Die Suche nach den Drahtziehern erweist sich als heikel, denn die Spuren führen zu einem amerikanischen Geheimdienst. Jeffery Deaver schreibt routiniert und souverän den nunmehr 10. Fall von Rhyme und seinem Team. Wie immer wartet er mit überraschenden Wendungen auf und unterhält seine Fangemeinde auch diesmal wieder auf bewährte Weise. Ein typischer Deaver.

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Phillip Peterson -- Transport

 Umschlagfoto, Phillip Peterson, Transport

Der erste Roman von Phillip Peterson ist eine gelungene Mischung aus Elementen von "Das dreckige Dutzend" und "Stargate". Der zum Tode verurteilte Elitesoldat Russell Harris sitzt im Gefängnis und wartet auf seine bevorstehende Hinrichtung. Da erhält er unverhofft die Chance zur Freiheit. Er soll, zusammen mit anderen Strafgefangenen, eine außerirdische Technologie testen, die den Ingenieuren des Militärs vollkommen unbekannt ist. Die Transporteinrichtung fordert dann auch bei der Erforschung durch das "verzichtbare" Personal einen hohen Tribut an Menschenleben. "Transport" ist ein SF-Roman, der die Leser in seinen Bann zieht. Obwohl der Autor schamlos das Genre plündert, ist ein spannendes Buch entstanden, dass die Fans begeistern wird. Im Hintergrund schwingt immer die Frage mit, ob die Menschheit reif genug ist für diese weit fortgeschrittene Technologie. Guter Stoff.

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Max Landorff -- Die schweigenden Frauen

 Umschlagfoto, Max Landorff, Die schweigenden Frauen

Im dritten Roman über den "Regler" Gabriel Tretjak begegnet der Leser alten, aber nicht immer guten Bekannten, die, kennt man die ersten beiden Bücher nicht, das Verständnis gehörig erschweren. Tretjak, eigentlich dabei sein Leben von Grund auf zu ändern, wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert, über die jemand ausnehmend gut informiert zu sein scheint. Teilweise mit gehörigen logischen Verrenkungen schreibt Max Landorff einen, im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern, leidlich spannenden Roman, der wegen seiner manchmal arg konstruiert wirkenden Handlung nicht ganz überzeugen kann.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Terry Hayes -- Faceless

 Umschlagfoto, Terry Hayes, Faceless

In der mit Säure gefüllten Badewanne eines New Yorker Hotels wird die Leiche einer Frau entdeckt. Der Täter hinterließ weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren. Die Polizei ist ratlos und aus diesem Grund zieht der leitende Detective einen Spezialisten hinzu – den Undercover-Agenten des US-Geheimdienstes, der unter dem Codenamen Pilgrim agiert. Auf epischen 800 Seiten nimmt Terry Hayes seine Leser mit auf eine Tour des Wahnsinns. Pilgrimm erzählt mit geschickt angelegten Rückblicken seine Lebensgeschichte und fast nebenbei klärt er den Mord auf und verhindert einen terroristischen Anschlag auf die USA. Temporeich, intelligent und mit viel Selbstironie führt der Autor in seinem ersten Roman eine Figur ein, die kultverdächtig scheint.

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M.C.Poets -- Berechnung

 Umschlagfoto, M.C.Poets, Berechnung

Hannah Marcks, eine deutsche Touristin wird in den USA kurz vor ihrem Rückflug nach Europa vom FBI verhaftet. Man hält sie für die skrupellose Serienmörderin Elsa Jones, die zwölf Menschen getötet hat. Glaubte Hannah anfänglich noch, dass sich dieser Irrtum schnell wird aufklären lassen, muss sie bald einsehen, es mit einem sehr gefährliche Gegner zu tun zu haben, dessen Einfluss anscheinend bis in hohe Polizeikreise hineinreicht. Ein teilweise haarsträubend unlogisch geschriebener Roman, der dem Leser sehr viel guten Willen abverlangt.

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Olen Steinhauer -- Die Kairo-Affäre

 Umschlagfoto, Olen Steinhauer, Die Kairo-Affäre

Der amerikanische Diplomat Emmet Kohl wird vor den Augen seiner Frau in einem Budapester Restaurant erschossen. Als sie sich näher mit den Umständen des Mordes auseinandersetzen will, wird ihr klar, dass im Hintergrund einflussreiche Kräfte die Strippen ziehen. Olen Steinhauer spielt auch ihn diesem Roman wieder gekonnt mit den verschiedensten Handlungssträngen, die dem Leser mehr Konzentrationsfähigkeit abfordern als ähnliche Titel. Die Zutaten sind altbewährt. Die CIA treibt ihr dunkles Spiel und hinter den Kulissen des Arabischen Frühlings finden gnadenlose Machtkämpfe statt. Ein Spionagethriller abseits der üblichen Wege, der jedoch stellenweise etwas langatmig daherkommt.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Lee Child -- Wespennest

 Umschlagfoto, Lee Child, Wespennest

Knapp die große Explosion am Ende der "61 Stunden" überlebt, schlittert Jack Reacher bereits in ein neues Abenteuer. In einem Motel in Nebraska wird er Zeuge, wie ein Arzt einer misshandelten Frau seine Hilfe verweigert. Das geht ja nun für Jack überhaupt nicht in Ordnung und so zwingt er den Doktor, sich um die Frau zu kümmern. Pech für ihn, dass es die Ehefrau einer der Duncan-Brüder ist, die die Einwohner der Gegend einschüchtern und terrorisieren. Jack Reacher schaltet sich wieder einmal auf bewährte Weise ein und bringt Ordnung in die Welt. Dabei nimmt er es diesmal mit vier Verbrechersyndikaten auf, die dadurch empfindlich in ihren grausamen Geschäften gestört werden. "Wespennest" ist ein absolutes Muss für alle Jack Reacher Fans.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Lars Kepler -- Der Sandmann

 Umschlagfoto, Lars Kepler, Der Sandmann

Der vierte Roman des Autorenduos Alexander und Alexandra Ahndoril alias Lars Kepler um den eigenwilligen Ermittler Joona Linna hat es in sich. Auf einer Brücke wird ein junger Mann in einem schwer traumatisierten und körperlich desolaten Zustand aufgefunden. Es stellt sich heraus, dass Mikael vor 13 Jahren zusammen mit seiner Schwester entführt worden ist. Für dieses und ähnliche Verbrechen verbüßt Jurek Walter im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Klinik seine Strafe. Kommissar Joona Linna war schon bei den Ermittlungen der verschwundenen Kinder der Meinung, dass sie irgendwo versteckt würden. Jetzt stellt sich heraus, dass er damit Recht hatte. Es beginnt die Suche nach Mikaels Schwester. "Der Sandmann" ist ein spannender Kriminalthriller, der unter die Haut geht und zugleich lüftet er einige Geheimnisse aus dem Leben von Joona Linna. Wenn man über einige logische Erzählfehler hinwegsieht, dann ist dieser Kriminalroman ein absoluter Pageturner.

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John Grisham -- Die Erbin

 Umschlagfoto, John Grisham, Die Erbin

Es sind die 80er Jahre und in Mississippi herrscht immer noch ein latenter Rassenhaß. Seth Hubbard, ein Weißer, begeht Selbstmord und vermacht seiner farbigen Haushälterin den Großteil seines Vermögens. Er legte in einem kurz vor seinem Tod abgefassten Testament fest, dass seine Erben leer ausgehen sollen. Der Rechtsanwalt Jake Brigance wird von Hubbard als Testamentsvollstrecker eingesetzt, um dessen letzten Willen durchzusetzen. "Die Erbin" ist ein routiniert geschriebener Gerichtsroman aus der Feder von John Grisham, der, wie bei diesem Autor gewohnt, sich mit den Gepflogenheiten des US-amerikanischen Rechtssystems auseinandersetzt. Der Roman ist beides, Milieustudie des US-amerikanischen Südens in den 80er Jahren und ein manchmal etwas langatmiger Gerichtsroman.

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Mark Henshaw -- Erbarmungslos

 Umschlagfoto, Mark Henshaw, Erbarmungslos

Als in Taiwan chinesische Spione erschossen werden, antwortet die chinesische Regierung darauf mit einer Invasion des Inselstaates. Die junge Agentin Kyra Stryker, wegen der Inkompetenz eines CIA-Stationsleiters in Ungnade gefallen, soll einen chinesischen Überläufer aus Peking herausholen. Zusammen mit dem Analytiker Jonathan Burke fliegt sie in die chinesische Hauptstadt, um die einzige Quelle zu schützen, die über ein großes militärisches Geheimnis Chinas informiert ist. "Erbarmungslos" ist ein spannender Roman, der einen Blick hinter die Kulissen der CIA und deren Arbeitsweise wirft. Der Autor, Mark Henshaw, muss es wissen, arbeitet er doch hauptberuflich als Analytiker bei diesem Verein.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Thomas Thiemeyer -- Valhalla

 Umschlagfoto, Thomas Thiemeyer, Valhalla

Die Archäologin Hannah Peters soll in Spitzbergen den Spuren einer uralten Kultur nachgehen, denn durch das Abschmelzen der Gletscher wurden Spuren des mythischen Nordreiches gefunden. In gleichen Gebiet arbeitete bereits 1944 eine geheime Forschungseinrichtung des Deutschen Reichs an einem Projekt, das schon damals aus dem Ruder gelaufen ist und für die heutige Welt immer noch eine große Gefahr bedeutet. Thomas Thiemeyer hat einen spannenden Roman geschrieben, der, immer auf der Höhe der modernen Wissenschaft, unter die Haut geht. Das Buch sorgt für soliden Nervenkitzel. Spannung und Unterhaltung pur.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Richard Doetsch -- Auferstanden

 Umschlagfoto, Richard Doetsch, Auferstanden

Das Buch beginnt konfus und endet wirr. Der New Yorker Staatsanwalt Jack Keeler erfährt aus der Zeitung, dass er bei einen Autounfall zusammen mit seiner Frau ums Leben gekommen ist. Dumm nur, dass Jack sich daran nicht erinnern kann. Mit Rückblenden, die nicht chronologisch angeordnet sind, schleppt sich der Roman mühsam zwischen den Genres Krimi und Esoterik dahin. Schmalzige Personenbeschreibungen wechseln regelmäßig mit der Darstellung von Polizisten, die ihren Beruf wohl unter sportlichen Aspekten betrachten und permanent und paarweise mit gezogenen Waffen auf dem Fußboden "Rolle vorwärts" üben. Der Leser braucht, wenn er denn bis zur letzten Seite vordringen will, sehr viel Geduld und noch mehr guten Willen.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Don Winslow -- Vergeltung

 Umschlagfoto, Don Winslow, Vergeltung

Islamische Terroristen bringen das Flugzeug, in dem die Familie des hochdekorierten Ex-Soldaten Dave Collins sitzt, zum Absturz. Die Regierung ist nicht gewillt, nach den Tätern zu fahnden. Da entschließt sich der ehemalige Elitekämpfer, eine internationale Söldnertruppe zusammenzustellen, um die Verbrecher zur Strecke zu bringen. Dabei gerät die Truppe gleich von zwei Seiten unter Beschuss. Don Winslows Militärroman ist ein absolutes Muss für die Fans dieses Genres. Minimale Satzkonstruktionen sorgen für Tempo und Spannung. Es gibt keine einzige Seite in diesem Actionroman, die auch nur einen Hauch von Langeweile aufkommen lässt. Seidenhöschen und Sozialpädagogen seien jedoch gewarnt, "Vergeltung" ist kein Roman für euch. Wenn ihr den lest, wird garantiert euer Blutdruck in ungeahnte Höhen klettern.

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Manfred Wloch -- Nemti

 Umschlagfoto, Manfred Wloch, Nemti

Ein Komet erscheint über der Eifel und eine Mordserie sorgt für Angst bei den Bewohner der Gegend. Die Polizei steht unter großem Druck, den oder die Täter zu ermitteln. Den Opfern wird ein Symbol in die Haut geritzt, dass die Polizei nicht deuten kann. Mitten in den Ermittlungen befindet sich der Kommissaranwärter Lukas Dux, der gerade sein Praktikum unter Kommissar Fritz Habermehl macht. Lukas findet schnell heraus, dass der Plan des Täter weitsaus größer ist, als es die Ermittler sich vorstellen können. Solide geschriebener Kriminalroman mit einer interessanten Geschichte, die über so manche hölzernen Dialoge hinwegsehen lässt. Aber, warum schwitzt der Kommissar so oft?

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Oliver Kern -- Die Kälte in dir

 Umschlagfoto, Oliver Kern, Die Kälte in dir

Ein neues Ermittlerduo schickt Oliver Kern da mit der kantigen Kommissarin Kristina Reitmeier und Daniel Wolf, einem angehenden Polizeipsychologen, ins Rennen. Im ersten Fall müssen sie eine Mordserie an übergewichtigen Opfern aufklären. "Die Kälte in dir" ist ein spannender Kriminalroman, der, neben seiner gut konstruierten und temporeichen Geschichte, von der Darstellung der beiden Hauptfiguren lebt. Wie Katz und Maus belauern sich die beiden Ermittler und nur deren eigenwillige Art, ihren Dienst zu machen, ist der gemeinsame Faktor. Nach der Lektüre darf der Leser sich auf den nächsten Fall - vom Autor bereits angekündigt - der beiden freuen.

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Halvar Beck -- Fjord

 Umschlagfoto, Halvar Beck, Fjord

Wer sagt, dass Romane immer mehr als 300 Seiten haben müssen? Dass es auch kurz, knapp und trotzdem spannend auf 202 Seiten funktioniert und dass trotz der Kürze ein guter Thriller dabei entsteht, beweist Halvar Beck mit seinem Minikrimi "Fjord". In Kongesanger, einer norwegischen Gemeinde, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kurz danach brennt ein Haus bis auf die Grundmauern nieder und eine seit langem schwelende Feindschaft wird offensichtlich. Was braucht ein guter Schriftsteller mehr als einen nur mit dem Flugzeug oder dem Schiff erreichbaren Ort, verwickelte Beziehungen innerhalb der Bewohner, eine all zu menschliche Portion Neid, Missgunst und Hass, und fertig ist der Thriller. Meine absolute Lesempfehlung.

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Andrew Petersen -- Todesschuss

 Umschlagfoto, Andrew Petersen, Todesschuss

Ein missglückter Einsatz beendete vor zehn Jahren Nathan McBrides Tätigkeit als Spezialist für Geheimoperationen. Seitdem nutzt er seine beeindruckenden Fähigkeiten als Privatermittler. Zusammen mit seinem Partner macht er sich auf die Suche nach einer Tonne des Plastiksprengstoffs Semtex und einem spurlos verschwundenen verdeckten Ermittler des FBI - der Enkel des früheren FBI-Direktor Frank Ortega. Auf der Suche nach dem Vermissten merken McBride und sein Partner, dass hinter den Kulissen einflussreiche Männer ihre eigenen Pläne verfolgen. "Todesschuss" ist ein spannender Krimi, der, angesiedelt zwischen Militär- und Politthriller, die Freunde dieses Genres begeistern wird. Eine Frage bleibt jedoch zu stellen: Warum verliebt McBride sich in jede Frau, die ihm begegnet? Trotzdem ein gutes Buch für ein verregnetes Wochenende.

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Robert Crais -- Straße des Todes

 Umschlagfoto, Robert Crais, Straße des Todes

Zwei junge Menschen verschwinden in der kalifornischen Wüste. Der Detektiv Elvis Cole wird mit der Suche nach dem jungen Pärchen beauftragt. Zusammen mit seinem Partner Joe Pike soll er die beiden finden. Dabei sticht er in ein Wespennest konkurrierender Verbrechersyndikate. Die Grenze zwischen den USA und Mexiko regt immer wieder die Phantasie von Kriminalschriftstellern an. So auch die von Robert Crais. Herausgekommen ist ein spannender Roman, der, zeitlich auf mehreren Ebenen ablaufend, genau nach dem Geschmack von Krimiliebhabern sein dürfte. Rasant geschrieben und gut recherchiert. Doch Vorsicht, es gibt zahlreiche brutale Elemente.

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David Baldacci -- Zero Day

 Umschlagfoto, David Baldacci, Zero Day

Da wandelt John Puller, die Hauptfigur in David Baldaccis neuem Roman Zero Day, aber auf den Spuren von Jack Reacher. Omnipotent bis zur Unerträglichkeit, egal ob es sich um die Erste Hilfe beim Herzversagen einer alten Lady handelt oder die nächtliche Verfolgung eines Scharfschützenteams - immer gewinnt Puller. Er ist der strahlende Held, der ohne große Blessuren aus dem Ring steigt. Nein, es macht keinen besonderen Spaß, diesen Roman zu lesen. Die Hauptfiguren bleiben, im Gegensatz zur Beschreibung der Ausrüstung Pullers, oberflächlich und konturlos. Die Idee hinter dem Roman ist halbwegs spannend, doch die Handlung schleppt sich mühsam durch die gut 600 Seiten des Buches, wird doch fast jede Handlung Pullers noch schulbuchmäßig begründet und erläutert. David Baldacci scheint sich in einer schweren kreativen Krise zu befinden.
Hinweis ans Lektorat: Das Flugzeug, das am 11. September 2001 nach offizieller Lesart ins Pentagon raste, war kein Jumbo, sondern eine Boeing Boeing 757-223ER.

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Uwe Laub -- Blow Out

 Umschlagfoto, Uwe Laub, Blow Out

Man schreibt das Jahr 2052. Der Meeresspiegel der Nordsee steigt unaufhörlich und die Menschen müssen sich immer mehr vor den herannahenden Fluten ins Landesinnere zurückziehen. Der Journalist Nick Schäfer wird von seiner ehemaligen Freundin Emma, einer Sekretärin der US-amerikanischen Botschaft in Berlin, um Hilfe gebeten, da sie in einer Akte, die sie im Auftrag des Botschafters im Archiv suchen sollte, auf brisantes Geheimmaterial aus dem Jahr 2015 gestoßen ist. Uwe Laub bringt mit "Blow out" einen Umwelt- und Geheimdienstkrimi auf den Markt, der nur schwer an Fahrt aufnehmen will. Gewiss, das Problem der Erderwärmung und die zukünftige Energiesicherheit in Verbindung mit Geheimdienst- und Wirtschaftsinteressen ist ein faszinierendes Thema, das leider vom Autor nicht ganz so spannend in Szene gesetzt wird. Erst nach der Hälfte des Romans tritt beim Leser so etwas wie Nervenkitzel hervor, der jedoch gegen Ende des Buches, als es über und unter der Wasserlinie hoch her geht, wieder auf normales Erregungsniveau zurück pendelt. Routiniert geschrieben, leider jedoch nur durchschnittlich interessant

Meine Bewertung:Bewertung

 

Robert Ludlum -- Die Janus-Vergeltung

 Umschlagfoto, Robert Ludlum, Die Janus-Vergeltung

Im März 2001 verstarb Robert Ludlum, doch sein Nachlass scheint eine unerschöpfliche Quelle zur weiteren Vermarktung seines Namens zu sein. Jason Bourne geistert inzwischen als "Untoter" durch die Welt der Spionageromane und auch Jon Smith, Topagent von Covert-One, der ultrageheime Geheimdienst der USA, mutiert langsam aber sicher zu einem Zombie. Der neue Roman, frisch aus dem Nachlass, bietet dann auch nur Schmalspurkost für Anspruchslose. Ein pakistanischer Warlord wird aus seiner Haft befreit. Der will sich an den USA rächen und schmiedet einen Plan, dem, wenn nicht Covert-One wieder einmal die Welt rettet, die USA zum Opfer fallen sollen. Du meine Güte, lasst doch um Himmels Willen Robert Ludlum endlich in Frieden ruhen. Was hat dieser Autor für hervorragend recherchierte und spannende Bücher geschrieben. Man denke nur an "Das Matarese Mosaik". Was jetzt allerdings mit "Die Janus-Vergeltung" auf den Markt geworfen wurde, ist eine Beleidigung für diesen Mann. Eine uninspiriert geschriebene Handlung, vorhersehbare Abläufe und viele dermaßen unlogische Zusammenhänge - seit wann führt ein Terrorfinanzier sein Attentat selber aus? - dass es den Leser nur so graust. Robert Ludlum - RiP.

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Asterix und Obelix bei den Pikten

 Umschlagfoto, Asterix und Obelix bei den Pikten

Große Freude, endlich ein neues Abenteuer von Asterix und Obelix. Große Enttäuschung beim Lesen. Wer die ersten Bände kennt - und liebt - der ist entsetzt angesichts der Einfallslosigkeit, mit der das neue Autorenteam schamlos die Ideen dieser älteren Ausgaben verwertet hat. Ein bisschen Asterix als Legionär, ein bisschen Asterix auf Korsika und schon meint man, eine einstmals gelungene Comicserie fortführen zu können. Leider ein Irrtum.

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Will Jordan -- Mission Vendetta

 Umschlagfoto, Will Jordan, Mission Vendetta

Ryan Drake soll mit seiner Spezialeinheit die Agentin Maras aus einem russischen Gefängnis befreien, da es nur mit ihrer Hilfe gelingt denjenigen zu finden, der hinter einem Hackerangriff auf die Fernsteuerung einer Militärdrohne steckt. Doch die Agentin hat einen anderen Plan und der heißt Rache an demjenigen, die sie verraten hat. Turbulenter und spannender Militärthriller mit den üblichen Verdächtigen: Skrupellose Geheimdienstler, CIA-Intrigen, ausgebrannte Agenten und mittendrin ein Antiheld, der das Gute will und trotzdem an seinen Taten leidet. Ein absolutes Muss für die Fans dieses Genres.

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Lee Child -- 61 Stunden

 Umschlagfoto, Lee Child, 61 Stunden

Jack Reacher stranded wieder einmal unfreiwillig in der amerikanischen Provinz. Ausgerechnet im winterlichen South Dakota hat der Bus, in dem Reacher unterwegs ist, einen Unfall. In der Kleinstadt Bolton erfährt er von einem Cop, dass das Leben einer Einwohnerin in Gefahr ist, weil sie als Zeugin in einem Drogenfall aussagen will. Als auch noch im nahe gelegenen Gefängnis eine Revolte ausbricht und gleichzeitig ein lange nicht genutztes Flugfeld heimlich reaktiviert wird, schaltet sich Reacher in den Fall ein. Diesmal ist der ewige Wanderer Reacher fast handzahm, denn Lee Child verzichtet auf die sonst übliche Gewalt. Jack ist müde geworden und kommt diesmal nicht daran vorbei, sein Leben kritisch zu betrachten. Ganz ungewohnte Eigenschaften. Ob das an der großen Überraschung mit der der Roman am Ende aufwartet liegt?

Meine Bewertung:Bewertung

 

Frederick Forsyth -- Die Todesliste

 Umschlagfoto, Frederick Forsyth, Die Todesliste

Amerika und England jagen einen fanatischen islamistischen Internetprediger, der auf seiner Webseite zum Krieg gegen Ungläubige aufruft. Nach mehreren Attentaten seiner Anhänger wird der "Prediger" auf die "Todesliste" der amerikanischen Regierung gesetzt. Dieses geheime Dokument enthält die Namen derjenigen, die nach Meinung der amerikanischen Regierung den Weltfrieden gefährden. Ein Ex-Marine, der "Spürhund", übernimmt die Aufgabe, den "Prediger" zur Strecke zu bringen. Freunde von kurzen und markigen Sätze kommen hier genauso auf ihre Kosten wie die Fans der Politthriller von Frederick Forsyth. Die Figuren agieren zwar etwas konturlos und schemenhaft, doch trotzdem ist der Roman für die Freunde dieses Genres gute und spannende Unterhaltung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Perfekt für für ein verregnetes Wochenende.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Jussi Adler-Olsen -- Erwartung

 Umschlagfoto, Jussi Adler-Olsen, Erwartung

Der 5. Fall für das eigenwillige Team des Sonderdezernats Q der dänischen Polizei. Carl Mørck gibt wieder einmal den Grantler, dessen Laune auch nicht besser wird, als sein erklärter Intimfeind, der stellvertretende Chef der Mordkommission Lars Bjørn, sein Vorgesetzter wird. Die Ermittlungen des Trios führen einmal mehr in die "Bessere Gesellschaft" Dänemarks, die, man ahnt es bereits, wieder ordentlich Dreck am Stecken hat. In den Fall verwickelt ist der 15-jährige Marco, ein Zigeunerjunge, dem die Flucht aus dem Familienclan gelingt und der sich in neues Leben aufbauen will. Klasse dargestellt wieder einmal Rose, die Nervensäge des Teams und Assad, der für Mørck immer noch voller Geheimnisse steckt. Ein hervorragender Kriminalroman, der geschickt und spannend ein Kapitel dänischer Geschichte zum Thema hat. Ein Muss für alle Fans des Sonderdezernats Q.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Gillian Flynn -- Gone Girl

 Umschlagfoto, Gone Girl, Gillian Flynn

Nach 5 Jahren Ehe verschwindet Amy spurlos. Nick, ihr Ehemann, gerät schnell ins Visier der Ermittler, da viele Spuren auf ein Verbrechen hinweisen, das den Ehemann in den Fokus der Ermittlungen stellt. Ein bitterböser und zynischer Roman über den psychologischen Zermürbungskrieg einer Ehe. Die Abgründe, die Gillian Flynn dabei eröffnet, nicht nur die der Ehe, sondern auch der amerikanischen Medien- und Rechtskultur, sind dermaßen herb beschrieben, dass sich der Leser des öfteren die Frage stellt, was die US-amerikanische Gesellschaft überhaupt noch zusammenhält. Dieser Roman zeigt die menschlichen und gesellschaftlichen Abgründe, die tief im Kern der amerikanischen Gesellschaft stecken. Unter der bürgerlichen Oberfläche brodelt ein Vulkan aus Verlogenheit und Wahnsinn. Ein Meisterwerk der Irreführung und der Manipulation. Lesegenuss in Reinkultur.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Ernst Haffner -- Blutsbrüder: Ein Berliner Cliquenroman

 Umschlagfoto, Blutsbrueder, Ernst Haffner

Ein nahezu vergessener Autor, Ernst Haffner, wird wieder entdeckt. In seinem gut dokumentierten Roman, der von den Nazis verboten wurde, beschreibt er die Situation in Berlin und anderen deutschen Großstädten Anfang der 1930er Jahre, in denen wegen der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse tausende Jugendliche auf der Straße lebten und ihr mageres Einkommen als Tagelöhner und Laufburschen verdienten. Nicht selten jedoch auch durch Kriminalität oder Prostitution. Geborgenheit und Zuflucht fanden sie in selbstorganisierten Cliquen. Zwei aus Erziehungsheimen geflüchtete Jugendliche stehen im Mittelpunkt des Romans, der über weitgehend unbekannte Zustände der Weimarer Republik berichtet.

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Cilla und Rolf Börjlind -- Die Springflut

 Umschlagfoto, Cilla und Rolf Börjlind, Die Springflut, InKultura

In einer Sommernacht im Jahre 1987 wird in Nordkoster eine Frau ermordet. Die Täter werden nie ermittelt. 24 Jahre später wird die angehende Polizistin Olivia Rönning sich im Rahmen einer Semesterarbeit dem Fall zuwenden. Parallel dazu werden in Stockholm brutale Überfälle auf Obdachlose Personen verübt. Eine davon ist der ehemalige Polizist Tom Stilton, der im Mordfall Nordkoster die Untersuchungen leitete und durch einen psychischen Zusammenbruch aus der Bahn geriet und jetzt auf der Straße lebt. Olivia muss sich, will sie den Fall aufrollen, wohl oder übel an die Fersen von Stilton heften. Die neuen Ermittlungen führen hinein in die wirtschaftliche und politische Elite Schwedens. Ein Kriminalroman der Extraklasse.

Meine Bewertung:Bewertung

 

Roger Hobbs -- Ghostman

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Ein Mann ohne Namen lebt im Verborgenen und seine Einnahmequellen sind lukrative Verbrechen. Er ist der Ghostman, der sich für die Augen der Gesellschaft - und der Polizei - unsichtbar machen kann. Eines Tages wird er von einem ehemaligen Auftraggeber aus seiner Anonymität herausgerissen und soll innerhalb von 48 Stunden die Beute eines misslungenen Raubüberfalls auf ein Spielcasino wiederbeschaffen. Der Ghostman ist seinem Komplizen verpflichtet, denn er war vor Jahren dafür verantwortlich, dass ein spektakulärer Coup schiefgegangen ist. Nicht immer ganz logisch, aber unterhaltsam und spannend.

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Sven Koch -- Dünengrab

 Umschlagfoto, Sven Koch, Dünengrab, InKultura

In einer nebligen Nacht steht eine anscheinend verwirrte junge Frau an der Tür von Fokko Broer, einem ehemaligen Arzt. Als er ihr Hilfe gewähren will, verschwindet sie wieder spurlos in der Nacht. Als Femke Folkmers, die Dienststellenleiterin der örtlichen Polizei am nächsten Morgen von einer Vermisstenmeldung informiert wird, stellt sie sofort einen Zusammenhang her und informiert die Kriminalpolizei. Tjark Wolf und sein Kollege Fred werden nach Werlesiel in die friesische Provinz geschickt, um in dem Fall zu ermitteln. Wolf, Bestsellerautor eines Buches über Kriminalfälle und seinem Vorgesetzten in herzlicher Abneigung gewogen, erkennt schnell, dass hinter dem Fall der vermissten Frau mehr steckt, als es den Anschein erweckt. Die Ermittler finden in den Dünen mehrere Gräber, in denen ein Serienmörder seine Opfer begraben hat. Jetzt wird es allen Beteiligten klar, dass sich auch die vermisste Vikki Rickmers in Lebensgefahr befindet. "Dünengrab" von Sven Koch ist ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der, spannenden und gut konstruiert, sich dadurch auszeichnet, mehr auf die Psychologie der Figuren zu setzen und weniger auf Gewaltszenen. Ein wunderbarer Küstenkrimi.

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