```

Buchkritik -- Alexander Merow -- Die Verschollenen I - Weltensprung

Umschlagfoto, Buchkritik, Alexander Merow, Die Verschollenen, Weltensprung, InKulturA Gestrandet zwischen den Welten

Mit „Die Verschollenen – Weltensprung" eröffnet Alexander Merow einen neuen Fantasy-Zyklus, der sich souverän der klassischen Motive des Genres bedient und diese mit einer spannenden Prämisse verknüpft. Der Roman beginnt nicht mit einem Aufbruch, sondern mit einem vermeintlichen Ende: Eine gewaltige Schlacht ist verloren, die Kreaturen der dunklen Seite haben die letzten Kämpfer überwältigt. Hagan, ein junger Menschenkrieger, glaubt, seine letzte Stunde habe geschlagen. Doch das Universum hat andere Pläne.

Statt im Totenreich erwachen Hagan und der elbische Magier Ithaniel inmitten eines Steinkreises in einem fremden Gebirge. Ein Riss in Raum und Zeit hat sie an einen unbekannten Ort geschleudert. Zeit zum Durchatmen bleibt den beiden Gestrandeten jedoch nicht, denn die neue Welt erweist sich als ebenso unbarmherzig wie die alte. Gleich nach dem Erwachen aus der Ohnmacht gerät Hagan erneut in Lebensgefahr und wird im letzten Augenblick von Ithaniel vor einem unbekannten Wesen gerettet. Es ist der Auftakt einer gefahrvollen Odyssee durch eine feindselige Umgebung, die schließlich in einer verborgenen Elbenstadt ein vorläufiges Ende findet.

Merow nimmt sich in der Folge Zeit für die Entwicklung seiner Figuren und ihres neuen Umfelds. Die Jahre vergehen, doch die Integration bleibt schwierig: Hagan bleibt in der Elbenstadt ein misstrauisch beäugter Fremder, ein Mensch unter Unsterblichen. Diese Phase der relativen Ruhe ist jedoch trügerisch. Denn das Böse, das sie in ihrer Heimat bekämpft haben, hat die Fährte aufgenommen. Der dunkle Hexer Vadok ist dem ungleichen Duo durch den Weltenriss gefolgt, fest entschlossen, seinem dunklen Herrn weitere Opfer darzubringen.

Als Ithaniel erkennt, dass die neue Welt in höchster Gefahr schwebt, steht er vor einer gewaltigen Herausforderung: Er muss die isoliert lebenden Elben davon überzeugen, dass die Bedrohung real ist. Gemeinsam mit Hagan macht er sich auf den Weg nach Antariksa, ein Ort, der Kennern von Merows bisherigen Werken ein vertrautes Lächeln entlocken dürfte.

„Weltensprung" bietet klassische High Fantasy im besten Sinne: Dunkle Mächte bedrohen friedliche Welten, es gibt reichlich blutige Auseinandersetzungen, schreckliche Monster und ein ungleiches Heldenduo, das über sich hinauswachsen muss. Merow erfindet das Rad des Genres nicht neu, aber er dreht es mit erzählerischem Schwung und einem sicheren Gespür für Spannung. Der Auftaktband legt ein solides Fundament für den neuen Zyklus und lässt den Leser mit der berechtigten Neugier auf die Fortsetzung zurück.




Meine Bewertung:Bewertung

Veröffentlicht am 30. Mai 2026